TrioVanBeethoven
Klaviertrio

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Rezensionen

TrioVanBeethoven

Musicweb International, November 2016
CD des Monats: Ludwig van Beethoven - Klaviertrios Volume 3 (GRAMOLA 99117)

Wenn man ein Ensemble nach einem berühmten Komponisten benennt, besonders nach jenem, mit dem man seine Einspielungen beginnt, dann schafft dies die Erwartung einer „besonderen Beziehung“. Die Violinistin Verena Stourzh hat hier schon Erfahrung, denn sie war Mitglied des Haydn Trio Eisenstadt bis zu dessen Auflösung 2010. Es freut mich berichten zu können, dass das TrioVanBeethoven zumindest in dieser Einspielung eine besondere Beziehung zu dem „Großen“ hat, denn es hat uns eine überragend gute Einspielung vorgelegt. […]
Mein Maßstab für die Beethoven-Trios ist und bleibt das Florestan Trio, trotz des sehr bemerkenswerten Eindrucks, den mir das TrioVanBeethoven hier gemacht hat. Die Florestans bieten eine brillante Einspielung, und ich verwende dieses Wort in beiden seiner Bedeutungen: großartig/ausgezeichnet und glitzernd/leuchtend. Das TrioVanBeethoven gibt uns eine freundlichere und geräumigere Interpretation, besonders von Op.1/2, das drei Minuten länger dauert. Das ist ein lächelnder, spielerischer, sogar entspannter Beethoven - Worte, die gewöhnlich nicht auf Beethoven angewendet werden, aber durchaus nicht unpassend bei diesem Werk. Das Trio Nr. 6 wird in ähnlicher Weise gespielt, obgleich der Unterschied zu den Florestans hier geringer ist. Für den Fall, dass Sie anfangen sollten zu glauben, es würde sich hier um altertümliche romantische Darbietungen handeln, möchte ich Ihnen versichern, dass das nicht der Fall ist. Es gibt hierbei keinerlei Schwere, und es ist dem TrioVanBeethoven gelungen, eine Leichtigkeit des Spiels mit einem Sinn für Ruhe zu verbinden. Das Trio bietet eine komplementäre Ansicht zu den Florestans, deren Brillanz manchmal sogar zu blendend sein kann, je nach der eigenen Stimmung.
Die Klangqualität entspricht der Darbietung: unmittelbar, natürlich und ohne äußere Atem- oder mechanische Geräusche. Im informativen Begleitheft wird das Gesamtpaket genannt. Ich kaufe mir nun die Volumes 1 und 2, und ich freue mich auf Volume 4 – möge es nicht zu lange bis zu seinem Erscheinen dauern.
DAVID BARKER


Westfälischer Anzeiger, 28.10.2016
Frischer Beethoven
Österreichische Musiker begeistern beim Heessener Schlosskonzert


HAMM Die erste öffentliche Aufführung des „Erzherzogtrios“ 1814 markierte zugleich das Ende der Pianistenkarriere Ludwig van Beethovens: Seine Taubheit war so weit fortgeschritten, dass er die dynamische Differenzierung nicht mehr wirklich kontrollieren konnte. Clemens Zeilinger, Pianist des „TrioVanBeethoven“, wusste zu Beginn des Heessener Schlosskonzerts am Mittwochabend mit seiner Moderation den Appetit der Zuhörer auf die Musik anzuregen. Mit seinen Partnern Verena Stourzh (Violine) und Franz Ortner (Violoncello) lotete er die Feinheiten der letzten Klaviertrio-Komposition des Meisters aus. […] Zeilingers lyrischer Ansatz verzichtete auf heroische Effekte und betonte stattdessen die breit angelegte Cantabilität. Die drei österreichischen Spitzen-Instrumentalisten sorgten mit hoher Kunst, Geist, Gefühl und Feuer für einen neuen, frischen Blick auf Beethovens Schaffen. Nach diesem intensiven Meilenstein der Klaviertrio- Literatur benötigten sowohl die Künstler – das Werk erforderte rund 45 Minuten vollste Konzentration – als auch das Publikum eine kleine Pause, um sich auf das Folgende einzustimmen. Johannes Brahms Klaviertrio H-Dur ist zugleich seine früheste wie auch späteste Komposition für dieses Format. Lange unzufrieden mit seinem Frühwerk, hatte er schließlich 35 Jahre später eine radikale Umarbeitung vorgenommen. […] Mit der Interpretation dieses Spätwerks lieferten die Musiker einen Nachweis ihrer ganz besonderen Fähigkeiten: Solistisches wie kammermusikalisches Spitzenniveau, bereichert mit vitaler Gestaltungskraft, feinster Nuancierung, Eindringlichkeit, dabei immer geschmeidig und emotional mitreißend, ergab in der Summe ein geradezu wundervolles Musikerlebnis. Einiges aus der Frühversion, wie das skurrile Scherzo oder der choralartige Beginn des Adagios, hatte vor dem kritischen Ohr des Altmeisters Bestand. So lieferte das Trio eine begnadete Interpretation, die romantischen Überschwang mit Straffung der Form und motivischer Dichte verband. Zum Finale belohnten die Künstler das begeisterte Publikum ganz stimmig mit einem Satz aus Clara Schumanns E-moll Trio, der Brahms über lange Jahre sehr freundschaftlich verbunden war.
WERNER LAUTERBACH


Wiener Zeitung, 20.09.2016
Ludwig van Beethoven: Klaviertrios Vol. 3 (Gramola)
So viel klassische Fröhlichkeit


Nomen est omen: Im Jahr 2011 schlossen sich drei der etablierten Kammermusiker Österreichs zum TrioVanBeethoven zusammen. Der visionären Ader verpflichtet sind hier Ausnahmepianist Clemens Zeilinger (Linz), Spitzenviolinistin Verena Stourzh (bekannt aus ihrer reichen Tätigkeit beim Haydn Trio Eisenstadt) und Franz Ortner (einfühlsamer Meistercellist). Aktuell sind sie unterwegs in einigen der wohl heitersten Vertreter klassischer Dreierformation: Denn so ernst Beethoven in seinen Quartetten war und so absolut seine Klaviersonaten auftreten - so unglaublich erfrischend sind des Wiener Klassikers Klaviertrios. Da kann der kurze, wenig bekannte Allegretto-Satz in B-Dur WoO 39 von 1812 schlichtweg bezaubern - so wie das frühe G-Dur Trio op.1/2 in seiner viersätzigen Perfektion die seinerzeit (1793 entstanden) nahende Entwicklung des Komponisten mitfühlen lässt. Es-Dur op.70/2, das Schwesternwerk zum "Geister-Trio" schließlich lässt die zweifellos begeisterte Hörerschaft in die Meisterschaft der hohen Unterhaltungskunst im kleinen Besetzungsgewand eintauchen. Klassik voller Esprit.
DANIEL WAGNER


Oberösterreichische Nachrichten, 21.07.2016
Hohe Kunst souveräner Spielkultur
Das "TrioVanBeethoven" gab einen berührenden wie brillanten Abend im Linzer Arkadenhof

Solistisches wie kammermusikalisches Können auf höchstem Niveau charakterisiert das TrioVanBeethoven. Gestaltungskraft, Vitalität und Präsenz bis in die feinsten dynamischen Nuancen zeichnet das Spiel der Geigerin Verena Stourzh aus.
Mit unvergleichlichem Ton in den Kantilenen und dabei überzeugend in der Eindringlichkeit wie Schlichtheit des Spiels agiert der Cellist Franz Ortner.
Prägnant und geschmeidig in der Beherrschung des Instruments, emotional packend und klug in der Interpretation brilliert der Pianist Clemens Zeilinger.
Eröffnungsstück war Beethovens frühes Klaviertrio op. 11, dessen Variationensatz über einen "Gassenhauer" der Oper "Der Korsar aus Liebe" Ideenreichtum und musikantische Spielfreude hören ließ.
Dvoráks "Dumky-Trio", eine Abfolge von introvertierten Klagegesängen, deren elegische Melancholie oft abrupt von tänzerischer Heiterkeit unterbrochen ist, verlangt rasche emotionale Wechsel, Phantasie und technische Brillanz. Qualitäten, die das TrioVanBeethoven vollends einlöste.
Ein Juwel der Kammermusik-Literatur ist das in frühen Jahren begonnene und später radikal veränderte Trio op. 8 von Johannes Brahms. Der vorerst zurückgehaltene und dann gespenstisch dahinjagende Spuk des Scherzos nahm besonders gefangen, der Beginn des choralartigen Adagios im Wechsel zwischen den Streichern und dem Klavier wurde zu einem der vielen eindrucksvoll berührenden Momente des Abends.
KARIN WAGNER

OÖN Bewertung: ******


Neues Volksblatt, 22.09.2015
Brucknerfest: Russisches auch in der Kammermusik

Fast schon zu Hause ist Pianist Clemens Zeilinger im Linzer Brucknerhaus, wo er mit zyklischen Aufführungen (Beethoven, Schubert) oft gefeiert wurde. Am Sonntag kam er mit seinem TrioVanBeethoven zum Brucknerfest, um mit seinen ebenbürtigen Partnern Verena Stourzh (Violine) und Franz Ortner (Cello) ein russisches Programm vorzustellen.
Erst seit wenigen Jahren arbeiten sie zusammen, mögen sie noch lange gemeinsam spielen, so groß und harmonisch ist das künstlerische Verständnis füreinander. Die persönliche Virtuosität rangiert immer hinter dem gemeinsam erarbeiteten Inhalt des Stückes. Diesmal war noch dazu eine starke Affinität zur russischen Musik zu spüren, deren Seelentiefe und Melancholie sich in ausdrucksstarker Wiedergabe manifestierten. Kammermusik von Tschaikowsky, Rachmaninow und Schostakowitsch in dieser geballten Ladung ist eher eine Seltenheit im Konzertsaal. [….]
Für die Ovationen dankte ein elegisches Liedwerk von Michail Glinka.
G. SZELESS


Bonner General-Anzeiger, 26.08.2014
Feingefühl und Abteilung Attacke
Haydn-Festival in Brühl mit dem "TrioVanBeethoven"

Unter dem Motto "Der Meister und sein Zauberlehrling" war am Sonntag das "TrioVanBeethoven" beim diesjährigen Haydn-Festival in Brühl zu Gast. Geigerin Verena Stourzh war mittlerweile schon mehrere Male in Brühl zu hören, bei den vergangenen Konzerten jedoch mit dem Haydn Trio Eisenstadt und Haydn.
Dessen Klaviertrios standen auch dieses Mal auf dem Programm, war er doch der im Konzerttitel genannte "Meister". Mit seinem Trio C-Dur Hob. XV:21, das er in England komponiert hatte, begann das 2011 gegründete Ensemble den Konzertabend bereits im ersten Satz ausgesprochen munter. Dass es sich bei dem TrioVanBeethoven um drei gleichberechtigte Partner handelt, klang bereits im langsamen Mittelsatz durch, bevor es das erste Werk des Abends verschmitzt und in Anlehnung an englische Country Dances beendete.
Haydns "Zauberlehrling" war Ludwig van Beethoven, dessen Werke in Brühl das Programm ergänzten. Hiermit stellte das Trio nicht nur die Beziehung dieser beiden Komponisten dar, sondern auch eine nicht unerhebliche Entwicklung in der Gattungsgeschichte. So durfte nun in dem folgenden Trio G-Dur op. 1, 2 von Beethoven auch Cellist Franz Ortner ein wenig mehr in den Vordergrund treten. Das Ensemble erwies sich als sehr gut eingespieltes Team - und das, obwohl sie in dieser Besetzung erst seit dem vergangenen Jahr spielen.
So gelangen die verschiedenen Charaktere des Kopfsatzes problemlos und überzeugend, das Largo erklang homogen und höchst expressiv. Auch nach der Pause erklangen noch einmal Werke sowohl von Haydn als auch von Beethoven, was in dieser direkten Gegenüberstellung besonders reizvoll war.
Mit Haydns Trio Es-Dur Hob. XV:29 war nun ein Werk zu hören, in dem sich der Komponist an den deutschen Tänzen seiner Zeit orientiert hatte, was das Trio charmant umsetzte. Mit dem Namensgeber des Ensembles und seinem Trio Es-Dur op. 1, 1 ging der ausgesprochen gelungene Kammermusikabend zu Ende, wobei sich Clemens Zeilinger, Verena Stourzh und Franz Ortner noch einmal als feinfühlige Interpreten erwiesen.
VERENA DÜREN

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