Die 14 Berliner Flötisten

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Rezensionen

Die 14 Berliner Flötisten

Die 14 Berliner Flötisten

JUBILÄUMSKONZERT IM KAMMERMUSIKSAAL DER PHILHARMONIE BERLIN AM 11.DEZEMBER 2016:

Mit Lust am starken Zauberton
Mozart, Bach, Debussy und ein Medley an Weihnachtsliedern: Die 14 Berliner Flötisten feiern ihr 20-jähriges Jubiläum im Kammermusiksaal der Philharmonie.


„Hustet nicht, und bleibt uns wach! Viel Vergnügen, jetzt kommt Bach.“ So moderiert der beliebte Conférencier Klaus Wallendorf, der als ehemaliger Hornist der Berliner Philharmoniker auf seiner Wanderschaft zwischen Sprachenimitation und Mundarten die 14 Berliner Flötisten mit goldenem Humor umgarnt. Aber es wird auch über Wissenswertes geplaudert, wenn es um Claude Debussy und Georges Bizet aus dem Lieblingsland der Flötisten geht, um eine „instrumentale Richtigstellung“ des „Nachmittag eines Fauns“ durch die Bearbeitung für 14 Flötisten von Werner Tast.
Denn das einzigartige Ensemble feiert im Kammermusiksaal vor einem besonders geneigten und animierten Publikum sein zwanzigjähriges Bestehen. Als Primus inter Pares fungiert der Initiator und Gründer Andreas Blau, Soloflötist der Berliner Philharmoniker von 1969 bis 2015, erfolggekrönt nach jeder seiner solistischen Finessen im Orchester. Hier und jetzt ist und bleibt er Leiter einer musikalischen Formation, deren Farbenreichtum über die gängigen Flöten, elitär gespielt, bis zu Kontrabass- und Subkontrabassflöte reicht. Dargeboten wird, wie Siegfried Matthus (Piccolo-)Flötenwellen sich kräuseln lässt bis nieder in Meerestiefe oder auch Flint Juventino Beppe Gefälliges für das Ensemble komponiert hat. Vor allem indes bearbeitete Klassik.
Zum Weihnachtslieder-Medley kommen 20 weitere Flötisten. Herausforderung und Hit zugleich ist der „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow, denn virtuoser können sich selbst die Insekten nicht vergnügen. Christiane Hupka aus der Staatskapelle Berlin hat das Scherzo aus Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“ so arrangiert, dass die Luftgeister trillernd schwirren.
Wann proben die Vierzehn eigentlich zusammen? Alles Spitzenmusiker, kommen sie aus den großen Berliner Sinfonie- und Opernorchestern. Und wie sie ihre gemeinsamen Probenzeiten den obligatorischen Dienstplänen in Konzertsälen oder Orchestergräben abtricksen, das ist ihre Organisationskunst und Lust am Miteinander der Berliner Schlittenfahrt. Nicht zuletzt Liebe zum Instrument mit seinem von Tamino besungenen „starken Zauberton“
Sybill Mahlke, Tagesspiegel, 13.12.2016

CD-NEUHEIT: "L'INVERNO DEGLI FLAUTI"
Rezension im Internet-Blog "Ich habe gehört" vom 15.12.2016:


Haben Sie schon einmal eine Kontrabass- oder gar eine Subkontrabassflöte gehört und gesehen? Bei den 14 Berliner Flötisten gibt es gleich vier Spezialisten für die Querflöten mit dem sehr tiefen Klang. Dieses Ensemble, 1996 von Musikern aus Ost und West gemeinsam gegründet, ist auch sonst Grenzgängen nicht abgeneigt. Auf ihrem jüngsten Album erkunden die Flötisten um Andreas Blau, den langjährigen Solo-Flötisten der Berliner Philharmoniker, weihnacht- liche und winterliche Musik – wobei festzustellen ist, dass sie exzellente Arrangeure in ihren Reihen haben. Und auch an Humor mangelt es nicht, wie gleich das erste Stück beweist: Werner Tast, mittlerweile im Ruhestand, hat aus Richard Eilenbergs Petersburger Schlittenfahrt ganz locker Peters Schlittenfahrt gemacht – Tschaikowskis Nussknacker lässt grüßen.
Bei Prélude und Schlusschoral aus dem Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns wird deutlich, dass Flöten wunderbar den Klang einer Kirchenorgel imitieren können. Doch auch sinfonische Klänge sind für die Holzbläser überhaupt kein Problem; der Abendsegen von Engelbert Humperdinck beispielsweise klingt in dieser Besetzung einfach großartig. Und natürlich enthält das Programm auch einige wenige Weihnachts- lieder.
Nur mit Flöten lässt sich aber auch hervorragend Barockmusik aufführen; die 14 Berliner Flötisten spielen das berühmte Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli, den Winter aus den Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi und die Sinfonia aus Bachs Weihnachtsoratorium – und dabei präsentieren sie einmal mehr den Farbenreichtum eines solchen Flötenensembles. Apropos: Wer die Namensliste durchzählt, der wird bemerken, dass sich die 14 für diese Aufnahme Verstärkung geholt haben. Eigentlich sind es sogar 18 Berliner Flötisten, plus Schlagzeuger.
Sehr gelungen finde ich The snow is dancing, ein Stück aus Claude Debussys Children's Corner, hier in einer Bearbeitung von Werner Tast. Mein persönlicher Favorit auf dieser CD allerdings ist Perseus aus der Sternbilder-Suite von Gotthard Odermatt (*1974), ein Werk, das eigens für die 14 Berliner Flötisten komponiert worden ist. Zauberhaft!

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VIER KONZERTE BEIM SCHLESWIG-HOLSTEIN MUSIK FESTIVAL 2015

Von Subkontrabassflöte bis Piccolo: Im vollen Rinderstall begeisterten „14 Berliner Flötisten“ beim letzten Haseldorf-Konzert der Saison.

Auf der Bühne in Haseldorfs Rinderstall stapelten sich am Montag riesige gebogene Metallrohre. Dabei handelte es sich nicht um „abgebrochene Teile einer Raumstation“, wie der Moderator des Konzertabends, Klaus Wallendorf, vermutete – sondern um Bassflöten. Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals reiste das Ensemble „14 Berliner Flötisten“ an und hatte neben den allseits bekannten Querflöten, Goldflöten und Piccolos auch diese Exoten im Gepäck.
Die außergewöhnliche Besetzung und das ausgewogene Programm von Mozart über Tschaikowsky bis zu Siegfried Matthus füllten die Reihen: alle 1200 Karten waren verkauft. Die vielen Besucher wurden begrüßt von Wallendorf, der nicht nur Hornist der Berliner Philharmoniker ist, sondern laut Programmheft auch „Möchtegern-Kabarettist und Buchautor“. Mit gewichtiger Mine trug er im Stil einer Klassik-Moderation ordentlich Seemannsgarn mit russischem Akzent zu den Stücken und Komponisten vor. Er erfüllte aber auch Musikwünsche, wie Rimsky-Korsakoff: „Der Madrigalchor der Steuerfahndung Elmshorn wünscht sich den Hummelflug.“
Die 14 Flötisten demonstrierten ein harmonisches und ausgewogenes Zusammenspiel mit lauter Publikumslieblingen – darunter „Die Hochzeit des Figaro“, „Der Nussknacker“ und Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Ihre Arrangements sorgten für einen Stereoeffekt, dadurch, dass die Melodieführung regelrecht durch den Raum wanderte.
Erstaunlich waren die unterschiedlichen Klangfarben, die das Flötenensemble dabei hervorbrachte: Die Holzflöte vom Ensembleleiter Andreas Blau hell und durchdringend, die Goldflöten dunkel, die Bässe dumpf. Vor allem die füllende Tiefe der Bass- und Kontrabassflöten sowie der Subkontrabassflöte, von der es nur wenige weltweit gibt, ließen vergessen, dass nur Flöten spielten.
Das Publikum war fasziniert und harrte lange aus. Auch Gastgeber Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden kommentierte zum letzten Haseldorfer SHMF-Konzert dieses Jahres: „Das war mit das längste Konzert, das wir hier hatten. Es war herrlich, so etwas haben wir hier noch nicht erlebt.“ Auch dieses Jahr zeigte sich: Die Exoten locken die Massen, das neue Festivalkonzept geht auf.
WST, Felisa Kowalewski, 26.08.2015

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Flötentöne satt waren am Sonnabend bei den "Brandenburgischen Sommerkonzerten" in der Forster Nikolaikirche zu erleben. Vom 3. Brandenburgischen Konzert bis zu "Donna Diana" und von der Piccolo- bis zur Subkontrabassflöte reichte das Spektrum der Klänge.

Drei Opernorchester, zwei Rundfunkorchester, zwei große philharmonische Klangkörper –
sieben Profi-Orchester also, die in Berlin beheimatet sind. Zwei Flötisten gehören mindestens zu deren Stammbesetzung, macht also 14 erstklassige Musiker. Das rechnete sich wohl auch Andreas Blau, Soloflötist der Berliner Philharmoniker, aus, als er im Jahr 1996 auf die Idee kam, seine Kollegen aus Ost und West einmal zum gemeinsamen Musizieren um sich zu scharen. Man erarbeitete ein Programm, gab einige Konzerte, hatte großen Erfolg und das Ensemble "Die 14 Berliner Flötisten" war entstanden.
Wer bislang genau zu wissen glaubte, wie eine Flöte aussieht, konnte sich in Forst eines Besseren
belehren lassen. Selbstverständlich sah man die im Orchester gebräuchlichen Instrumente, aber es gab auch übermannshohe, abenteuerlich gekrümmte Rohre, deren Töne es durchaus mit denen einer großen Orgelpfeife aufnehmen konnten. Von der im Sitzen zu spielenden Subkontrabassflöte gibt es überhaupt nur drei Exemplare auf der Welt.
Dennoch waren derart sportliche Aspekte nur die Nebensache im Konzert. Zu bestaunen war vielmehr, zu welcher klanglichen Vielfalt Flöten im guten Dutzend fähig sind. Glitzerhell, superflüssig, gewissermaßen knochenlos klang die "Donna-Diana"-Ouvertüre; wie ein schön artikulierter, weicher und atmender Streicherklang – ganz ähnlich der Originalbesetzung – Johann Sebastian Bachs 3. Brandenburgisches Konzert.
Zu rein, zu schön spielten die hoch konzentrierten Musiker – was Wunder, suchen sie alle doch
jahrzehntelang und immer wieder den möglichst idealen, unverwechselbar typischen Flötenton. Genau für diesen schlackenlos fließenden, klar und unvermischt leuchtenden Klang scheint die französische Musik komponiert zu sein. Die Glanzstücke des Programms waren denn auch Claude Debussys "Petite Suite" mit ihren Stimmungsmalereien und Georges Bizets "Suite L'Arlesienne". Die spezifischen Klangfarben der unterschiedlich hohen und tiefen Instrumente, die
Gestaltungsmöglichkeiten durch differenzierte Anblastechniken und Artikulationen kamen gerade bei Bizet allerfeinst zur Geltung. Als besondere Würze spielte ein Tambourin mit. Begeisterter Jubel des Publikums nach der abschließenden, buchstäblich atemberaubenden Farandole.
LR, Irene Constantin, 25.08.2014
kommentier das Gastspiel im Rahmen der Brandenburgischen Sommerkonzerte

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