Auryn Quartett
Matthias Lingenfelder & Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola), Andreas Arndt (Cello)

http://www.auryn-quartett.de

CD-Rezensionen

Auryn Quartett

Der CD-TIPP !!!
BR KLASSIK zur Neueinspielung der Streichquintette von Wolfgang Amadeus Mozart

Michael Schmidt, Online-Rezension vom 02.05.2016

Sie stehen gewöhnlich zu Unrecht etwas im Schatten seiner Streichquartette – die sechs Streichquintette Wolfgang Amadeus Mozarts. Dabei gehören sie allesamt in den Olymp der Kammermusikkunst - gleichermaßen geliebt wegen ihrer Ausdruckstiefe und gefürchtet wegen ihrer auch spieltechnisch hohen Komplexität. Jetzt hat sich das bereits seit 35 Jahren erfolgreich miteinander musizierende Auryn Quartett verstärkt durch die Bratschistin Nobuko Imai musikalische Gipfelreise begeben und sämtliche Streichquintette Mozarts eingespielt.

Gerade siebzehn Jahre ist Mozart alt, als er einen ersten Ausflug in die Gattung des Streichquintetts unternimmt. Eine in jener Zeit durchaus nicht unumstrittene Gattung. Erklärte doch der Komponist und Musikpublizist Johann Friedrich Reichardt das Streichquartett im Jahr 1773 zur Idealform eines musikalischen Gesprächs, bei der jede weitere Stimme störend, ja verwirrend wirkt. Vielleicht wäre sein Urteil anders ausgefallen, wenn er das harmonische Miteinander der fünf Stimmen in Mozarts B-Dur-Quintett, KV 174 gehört hätte. Am besten noch in einer so geradezu klassisch ausgewogenen Harmonie des Ensemble-Musizierens, wie der des Auryn Quartetts mit der Bratschistin Nobuko Imai.

Es dauerte einige Jahre, bis Mozart weitere Streichquintette komponierte. So erlebte die Gattung im Wien der 1780er Jahre etwa durch den Haydn-Schüler Ignaz Pleyel einen leichten Aufschwung, dem sich der in dieser Zeit ebenfalls in Wien lebende Mozart mit insgesamt drei Werken anschloss. Zu diesen gehört das bittersüße, zwischen zarter Melancholie und schwebender Leichtigkeit eigentümlich changierende Streichquintett in g-Moll, KV 516. Auch dieses Meisterwerk, das zum Schönsten der Gattung des Streichquintetts überhaupt gehört, meistern die Fünf in perfekt aufeinander abgestimmten Zusammenspiel. 35 Jahre besteht das Auryn Quartett schon, in das sich Nobuko Imai als zweite Bratsche so kongenial einfügt, als hätte sie immer schon dazu gehört.
Eine geradezu ätherische Heiterkeit überstrahlt Mozarts letztes Streichquintett in Es-Dur KV 614. Er vollendete es erst in seinem Todesjahr 1791. Im rasant-spritzigen Finale vermeint man zuweilen den Schalk vieler Haydn-Quartette zu vernehmen. Auch wo die einfachen Themen sich in dichtestem Kontrapunkt verbinden, verliert die Musik nie ihren spielerisch-leichten Charakter. Und wieder überzeugt das durch die Bratschistin Nobuko Imai verstärkte Auryn Quartett mit einer schwungvollen, aber immer schnörkellosen Interpretation. Bestechend paaren sich die glasklaren Intonationen mit der auch in den vertracktesten Stimmverläufen durchsichtigen Artikulation. Fazit: Mozarts Streichquintette mit dem Auryn Quartett und Nobuko Imai – das ist eine gelungene, eine rundum hörenswerte Liaison!

Untenstehend ein Auszug von CD-Kritiken, weitere finden Sie auf der Homepage des Labels Tacet, jeweils bei den entsprechenden Einspielungen am Ende der Seite: Link.

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Schumann: Klavierquartette op. 44 & 47 mit Peter Orth (Klavier) - Tacet

… Hört man sich dann unmittelbar danach die wahnsinnig aufregende, vor Farben und Fantasie nur so sprühende Version des Auryn -Quartetts mit einem mitreissenden Peter Orth am Klavier an, dann weiss man plötzlich, wie diese Musik zu spielen ist, und wie herrlich sie dabei klingen kann. Das Auryn -Quartett glänzt hier nicht nur durch Spielfreude, Dialogbereitschaft und Virtuosität, die Musiker beeindrucken zudem durch eine phänomenale Spieltechnik und ein absolut ausgewogenes Ensemblespiel. Das ist Kammermusik in höchster Perfektion!

Pizzicato Magazin - Luxemburg, Steff, März 2010

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Gesamteinspielung der Quartette von Joseph Haydn bei Tacet

Joseph Haydn
String Quartets · Vol. 10 of 14
op. 64


… Man wird nur schwerlich ein anderes Ensemble finden, das ein solch homogenes Verschmelzen des Klangs zu erreichen vermag, das einen Akkord am Ende einer Phrase gemeinsam so ebenmäßig verlöschen lassen kann, und das die intonatorischen Belange so schlackenlos und perfekt auf den Punkt zu bringen versteht. Dazu kommt ihre Fähigkeit, jeder auch noch so kleinteiligen musikalischen Phrase einen in sich so vollkommenen und stimmigen Gestus des Ausdrucks mitzugeben, jede Akzentuierung und jede artikulatorische Konturierung, jede rhythmische oder dynamische Modellierung der melodischen Linienführung so natürlich, so fein austariert und so organisch ins Gesamtgefüge einzubetten, dass sich beim Hören nie der Gedanke an ein Hinterfragen der eigentlichen interpretatorischen Absicht ergibt. Die Auryn-Quartettisten vermitteln durchgängig das Gefühl eines „so und nicht anders“.
Wollte man aus dieser phantastischen Einspielung irgendetwas beispielhaft herausgreifen, dann vielleicht die überwältigende Darstellung, die das sechste Quartett aus Opus 64, das Es-Dur Quartett, erfährt. ...

Klassik-heute-Empfehlung, Thomas Bopp, 29.11.2010



Joseph Haydn
String Quartets · Vol. 5 of 14
op. 20, nos 1 - 6


(...) The world-renowned Auryn Quartet has been playing together for 27 years without change of personnel: Matthias Lingenfelder and Jens Oppermann (violins), Stewart Eaton (viola), and Andreas Arndt (cello). The performances of Haydn’s op. 20 on these discs are exemplary. Impeccable intonation, attention to detail, expressive dynamics, clarity of inner part-writing, and sensible tempos are coupled with a sufficiently fresh approach to make these discs a necessary part of one’s CD library. (...) In Fanfare 33:3, colleague Mortimer Frank reviewed the Auryn Quartet’s op. 54 Haydn quartets with very high praise. On that basis I bought that disc as well as the Auryns’ opp. 33, 50, 71, 74, and 76 Haydn discs. I cannot agree more fully with Frank’s appraisal of op. 54, and I will add these other discs to the list. The Auryn Quartet’s Haydn op. 20 is a pair of discs that should be in everyone’s collection. So should other of the Auryns’ Haydn discs.

Fanfare, Burton Rothleder, 01.07.2010


(...) Haydns Kammermusikerbe findet mit dem Auryn-Quartett einen wichtigen Sachverwalter. Ihre Auseinandersetzung mit Opus 20, das darf an dieser Stelle vorweggenommen werden, steigert das Interesse an dem Rest der insgesamt auf 14 Folgen berechneten Gesamtaufnahme. (...)
Es muss schlichtweg verblüffen, wie souverän die Auryner etwa mit dem bekannten "Capriccio" des C-Dur-Quartetts umgehen. Diesem höchst affektiven, an eine instrumentalisierte Opernszene erinnernden "Adagio" begegnen sie mit einer unglaublichen Differenziertheit an dynamischen Abstufungen. Die amorph anmutenden Instrumentalrezitative des Satzes werden homogen in den Gesamtverlauf dieser "kompositorische[n] Laune" (Seedorf, S. 8) integriert. Das muss man vom Auryn-Klangköper gehört haben, um die Besonderheit dieses höchst experimentellen Satzes in Gänze zu erfahren. (...)
Fazit: Haydns Phantasiereichtum und Experimentierfreude der „Sonnenquartette“, die seitens der damals zeitgenössischen Kommentatoren nicht unkritisiert blieben, wird durch die interpretatorische Ausdrucksstärke, Durchsichtigkeit und Vielseitigkeit des Auryn-Quartetts spannend realisiert. Ein wohltuender Sonnenaufgang gegenwärtiger Haydn-Interpretation!

klassik.com, Kai Schabram, 14.04.2010


Die kompletten Haydn-Aufnahmen des Auryn Quartetts wachsen kontinuierlich und bringen dem Hörer genau so kontinuierlich Glück. Glück vor allem deshalb, weil hier keine Diskussionen aufgeworfen werden. Dieser Haydn ist indiskutabel gut und schön, souverän gespielt, und so formvollendet und ausgewogen dargestellt, dass man immer nur staunen kann. Dabei gerät nichts akademisch, loin de là: Die Aurynschen Interpretationen sind hoch musikalisch, lebendig, erfüllt und atmen reine Haydn-Luft. Bravo! Wir freuen uns schon auf die nächsten Sets.

Pizzicato, RéF, 01.04.2010


Joseph Haydn "Sonnenquartette"

Gesamtaufnahmen der Haydn-Quartette besitzen Seltenheitswert, neben derjenigen des Aeolian Quartet aus den frühen 70er Jahren findet sich nur die sehr gute des Angeles Quartet aus den 90ern und die des ungarischen Kodály Quartetts, die allerdings ein wenig musikantisch al fresco und vor allem aufnahmetechnisch unbefriedigend geriet. Das dürfte auch daran liegen, dass ein Ensemble, will es Haydns 68 Streichquartette einspielen, einen langen Atem braucht. Eine größere künstlerische Herausforderung ist kaum denkbar. Schließlich gilt es, jedem einzelnen dieser sehr individuellen Werke gerecht zu werden. Die Streichquartette zeigen, wie Haydn über vier Jahrzehnte hinweg mit der Form rang und spielte, wie er mit unerschöpflicher Fantasie und immer wieder großem Witz neue formale Lösungen für die Gattung suchte und fand, hier die Durchführung erweiterte oder die Reprise veränderte, dort die Fuge als Finale inthronisierte oder das komplexe Sonatenrondo entwarf.

… Die Gesamtaufnahme der Auryns, wenn sie demnächst vollendet ist, wird zu den Meilensteinen der Haydn-Diskographie gehören. Wie stets bei diesem wundervollen Ensemble strahlt auch sein Haydn eine große klangliche Wärme und emotionale Intensität aus. Das Spiel der Auryns bewegt sich stilistisch absolut auf der Höhe der Zeit. Man merkt genau, dass die vier Musiker sich Erkenntnissen der historisch informierten Aufführungspraxis nicht verschließen, ohne ihnen sklavisch zu folgen. Der Klang ist intensiv und dicht, bleibt gleichzeitig schlank und immer kultiviert. Auch die durchaus räumliche Aufnahmetechnik lässt keinen Wunsch offen. Wenn dieses Projekt dereinst abgeschlossen ist, wird - soviel lässt sich jetzt schon sagen - eine Maßstäbe setzende Gesamtaufnahme der Haydn-Quartette vorliegen.

br-online / BR-Klassik, Oswald Beaujean, 11.03.2010



Joseph Haydn
String Quartets · Vol. 7 of 14
op. 50, nos. 1 - 6


… Die Gedankentiefe und Individualität dieser Werke kommen in der Neueinspielung durch das Auryn Quartett – es handelt sich um die siebte Folge einer Gesamtaufnahme aller Haydn-Quartette – vorbildlich zum Ausdruck. Die Auryns brillieren wie stets durch vorbildlichen Ensemblegeist, mustergültig klare Artikulation und Intonation sowie einen ebenso schlanken wie warmen Gesamtklang. Die Homogenität der thematischen Arbeit steht im Vordergrund, ohne dass der für Haydn typische Humor, der sich in op. 50 weniger vordergründig manifestiert als etwa in den Quartetten op. 33, ins Hintertreffen geriete. Doch die Auryns verzichten dankenswerterweise darauf, mit dem Zeigefinger darauf hinzuweisen. Bei ihnen klingt die Musik in jedem Takt ganz natürlich, von Weisheit und Menschlichkeit erfüllt – ein glückliches Ergebnis jahrzehntelanger gewissenhafter und erfolgreicher Ensemblearbeit. Das Quartett existiert in Originalbesetzung seit 1981!

Applaus Kulturmagazin, ti, 01.01.2010


… die Interpretation. Denn die ist ausnehmend gut gelungen, spannungsreich, sorgfältig in der Satzcharakterisierung – etwa bei dem facettenreich und ausdrucksvoll gestalteten, tiefgründigen Variationssatz des Es-Dur-Quartetts op. 50/3, dem Andante o più tosto allegretto – und spieltechnisch von beeindruckender Souveränität. Noch einmal zum Vergleich: das Festetics-Quartett bietet eine korrekte, durchaus hochklassige Wiedergabe, aber oft wie es scheint an der Grenze der Möglichkeiten, eben bemüht. Beim Auryn Quartett hat man immer das Gefühl: die könnten noch zulegen. Das Spiel ist rhythmisch ungemein akkurat und gleichsam sprechend phrasiert, die Balance der Instrumente perfekt ausgehorcht, und viele Takte lange Sechzehntelpassagen blitzen wie eine Perlenkette. Dabei fehlt keineswegs das Moment der Spontaneität, etwa in den kurz improvisierten Solokadenzen bei Fermaten (was der damaligen Musizierpraxis entspricht) oder beim köstlichen Finalsatz des abschließenden D-Dur-Quartette mit den raschen Tonrepetitionen auf zwei Saiten in schnellem Wechsel (sog. "Bariolage"), ein verblüffender Klangeffekt, der an das Quaken eines Frosches erinnert, womit das Quartett auch gleich seinen Spitznamen weg hatte... Kurzum: eine modellhafte Wiedergabe dieser für die Gattungsgeschichte so wichtigen Werkgruppe.

Klassik-heute, Hartmut Lück, 29.12.2009



Joseph Haydn
String Quartets · Vol. 9 of 14
op. 55


Seine ausgreifende Konzert- und Aufnahmetätigkeit hat das Auryn Quartett mit einer Geläufigkeit des Vortrags ausgestattet, wie sie kein Ensemble leicht erwerben kann, außer eben durch eine jahrzehntelange und dabei auch wirklich intensive Zusammenarbeit – nächstes Jahr feiert das Quartett sein dreißigjähriges Jubiläum. (...) Vor allem aber wird in jedem Moment und nicht nur in den energischen Passagen auf sehr überzeugende Weise deutlich, dass alle vier Musiker auf sehr einheitliche Weise – dabei jedoch so, dass sie nie ihre Individualität verlieren – ihrem gemeinsamen Spiel eine Richtung geben.
(...) Eine meisterliche Produktion, die zeigt, dass Haydn und mit ihm das Auryn Quartett alles kann – außer betulich zu sein.

Klassik heute, Michael B. Weiß, 20.08.2010



Joseph Haydn
String Quartets Vol. 8 of 14
op. 54, nos. 1 - 3


(...) Dies gilt auch für die ersten sechs, vom deutschen Auryn-Quartett auf klanglich superben TACET-CDs ausgeleuchteten Streichquartette. (...) Diese und weitere Haydn-Einspielungen des Auryn-Quartetts überzeugen, ja begeistern durch instrumentale Souveränität und Feinfühligkeit in der Reaktion auf die jeweiligen Satzcharaktere. Hier handelt es sich zweifellos um einen der wichtigsten Beiträge zum Haydn-Jahr (...)

Österreichische Musikzeitschrift, Peter Cossé, 01.03.2009



Joseph Haydn
String Quartets Vol. 12 of 14
op. 74, nos. 1 - 3


Ein Glücksgriff
... Auch der zwölfte der nicht chronologisch auf 14 Teile hin angelegten Gesamteinspielung mit den Quartetten op. 74 in D-, F-Dur und g-Moll lässt an tiefem Verständnis für diese Musik nichts zu wünschen übrig:
Mit ihrem ausdrucksstarken und dennoch vollkommen durchsichtigen Spiel, der wachen Neugierde und einer fast spielerischen Rhetorik verleihen sie den Anfangssätzen, insbesondere dem Allegro aus dem C-Dur-Quartett, regelrecht Flügel. Die Andante-Sätze sind von einer warmen Kantabilität durchdrungen, alles strömt und fließt, ohne jedoch je romantischen Überschwang anklingen zu lassen. Die Menuett- und Finalsätze wiederum pulsieren vor Kraft und Frische - ohne es indes auch hier an gesanglichem Kolorit fehlen zu lassen. Haydns reichhaltige Ausdruckspalette, die von den Belcantovirtuosen seiner Epoche angeregt ist, kommt in der Einspielung voll zur Entfaltung.

Ensemble, R. Sala, 01.02.2009


There is no finer version available of Haydn's Op. 74 quartets, and certainly none better recorded. Playing on this level silences criticism, so I'll just touch on some of the highlights. First, there's the huge but always intelligently used dynamic range, most evident in those mysterious chords between the major sections of the C major quartet's first movement. Or listen to how rich the folk-music cadence theme in the finale sounds--rustic and bold but without a trace of crudeness. Then there's the amazingly well-contrasted finale of the F major quartet, with its spooky Hungarian refrain, and the glorious Largo assai of the "Rider" quartet (which never loses its sense of flow), and...well, you get the picture. Just go out there and buy this disc. It's amazing.

Classics Today, David Hurwitz, 16.07.2009


… Wunderschön transparent und technisch perfekt gespielt vom Auryn Quartett: der Schlusssatz aus Joseph Haydns F-Dur-Streichquartett op. 74 Nr. 2. Das Ensemble tritt seit immerhin 27 Jahren in unveränderter Besetzung auf und zählt zu den weltweit renommierten Quartett-Formationen – wovon auch unser nächstes Hörbeispiel hier in hr2-kultur Zeugnis ablegt. Es ist der langsame Satz aus dem g-Moll-Quartett op. 74 Nr. 3, dem sogenannten "Reiterquartett" … Das ausdrucksstarke "Largo" aus dem g-Moll-Quartett, dem sogenannten "Reiterquartett", op. 74 Nr. 3 von Joseph Haydn. Wunderschön differenziert gespielt vom Auryn Quartett auf seiner bei TACET erschienenen jüngsten Haydn-CD. Zum Wohlklang des Auryn Quartetts hat sicherlich auch beigetragen, daß der Primarius, Matthias Lingenfelder, und der Bratscher, Stewart Eaton, seit einiger Zeit – in Anführungszeichen – "neue" Instrumente spielen: der Geiger eine kostbare Stradivari, der Bratscher eine Amati aus dem Jahr 1616.
Auryn’s Haydn – nach den bereits erschienenen Alben mit den Quartetten op. 1 sowie op. 33 bestätigt auch die aktuelle Veröffentlichung mit den drei Quartetten op. 74 , was bereits die ersten CDs versprachen. Dass nämlich – wenn dieses Haydn-Jahr denn vorbei sein wird – womöglich die neue Referenz-Aufnahme aller Haydn-Streichquartette vorliegen wird. (...)

hr2-kultur, Dr. Gerhard Splitt, 09.02.2009



Joseph Haydn
String Quartets Vol. 6 of 14
op. 33, no. 1 - 6


Normalerweise ist es schwer, den zyklischen Aufnahmen zu folgen, die beständig eine Folge bringen. Aber die Haydn-Streichquartette des Auryn Quartetts sind es wert, sie alle zu hören und zu besprechen. Nun ist soeben die 6. Folge mit den sechs Quartetten op. 33 erschienen. Und es erstaunt immer noch mit wie viel Inbrunst, Verständnis und Faszination dieses seit 1981 in unveränderter Besetzung konzertierende Quartett spielt. Neu und ursprünglich klingen diese so bekannten Quartette in seiner Interpretation. Sensibel und voller Frische, mit dem nötigen Respekt und einer immensen Genauigkeit der Detailfülle agieren sie - und natürlich mit einer wunderbaren Austarierung zwischen Klangverschmelzung und Stimmakzentuierung. Wenn diese Gesamteinspielung vollständig ist, wird es eine Referenzaufnahme sein, einzelne Opera sind es schon.

Ensemble, Carsten Dürer, 01.12.2009



Joseph Haydn
String Quartets vol. 13 of 14
op. 76


Zu den wichtigsten Leistungen im Verlauf des Haydn-Jahres 2009 – und zweifellos weit darüber hinaus! –zählen für mich die Einspielungen des Auryn Quartetts. Klanglich superb von der Tacet-Technik eingefangen, führt das Ensemble mit Matthias Lingenfelder an der geigerischen „Spitze“ in eine Welt des musikalischen Urerlebens fernab von allen akademischen Grenzziehungen zwischen klassischen und romantischen, zwischen konservativen und avantgardistischen Verhaltensmustern. … Man erhalte uns das Auryn Quartett!

Österreichische Musikzeitung, Peter Cossé, 1.11.2009



Joseph Haydn
String Quartets vol. 1 of 14
op. 1, no. 1 - 6


Gipfelsturm in Harmonie - Nach einem Vierteljahrhundert miteinander wagt sich das Auryn Quartett an - Joseph Haydn

Was ist der Olymp? Ein eisiger Gipfel für Götter, erhaben und unzugänglich? Das Auryn Quartett müsste mit derlei Regionen künstlerisch vertraut sein. Beethoven, Mendelssohn, Schumann, aber auch Schönberg und heutige Zeitgenossen gehören für die vier Herren, die seit 1981 miteinander konzertieren, zum Repertoire. Doch da, wo sie nun hinwollen, dräuen weder Schluchten der Dissonanz noch Akkordlawinen: Ihr Olymp sind die zutiefst humanen Quartette Joseph Haydns. Zugegeben, stolze 68 Stück, aber in ihnen wurde die Gattung erst richtig begründet. Noch der Komponist Ferdinand Hiller las um 1877 täglich ein Haydn-Quartett als "reizenden Morgensegen". Nur logisch also, wenn das Ensemble nun zum Ursprung zurückkehrt: In 14 Raten, meist im Monatstakt, sollen bis Anfang 2010 alle Stücke des vor 200 Jahren gestorbenen Patriarchen der Klassik erscheinen. Schon die ersten zwei Boxen verweisen mit ihrer Lebendigkeit auch respektable Konkurrenz, etwa das ungarische Kodály Quartett, auf die Plätze - Götterspeise und Heidenspaß in einem, sozusagen.

KulturSPIEGEL, Johannes Saltzwedel, 01.01.2009


Mit dieser Doppel-CD beginnt das Auryn-Quartett eine der ambitioniertesten Haydn-Editionen des aktuellen Haydn-Jahres: die Einspielung aller Quartette. Mit Haydns Quartettkunst seit langem vertraut und mit einer erst vor kurzem abgeschlossenen Gesamtaufnahme aller Beethoven-Quartette in der Tasche, ist das Ensemble bestens gerüstet für diese Aufgabe, bei der es immerhin um den interpretatorischen Nachvollzug der Entwicklung des klassischen Streichquartetts geht. Die erste Folge enthält Haydns früheste Quartett-Kompositionen, die noch in der Divertimento-Tradition stehen und vergleichsweise schlicht gebaut sind. Die Musiker des Auryn-Quartetts gehen dementsprechend beherzt zu Werke, freilich ohne jemals ins Derb-Musikantische abzugleiten. Zusammenspiel und Artikulation genügen höchsten Ansprüchen, Tempo und Agogik bleiben maßvoll. Kunst und Unterhaltung befinden sich so in perfekter Balance, und das alles zusammen macht auf die Fortsetzung des Unternehmens neugierig.

Ensemble, Robert Nemecek, 01.01.2009


ZEIT-Mitarbeiter empfehlen CDs, DVDs und Musikbücher. "Altersübermut - vollkommene Beherrschung der Mittel" , schrieb der Dichter Rühmkorf über Haydn. Hier hört man, was er meinte.

DIE ZEIT, Mirko Weber, Nr. 51 (11.12.2008)


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