Auryn Quartett
Matthias Lingenfelder & Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola), Andreas Arndt (Cello)

http://www.auryn-quartett.de

Rezensionen

Konzerte

Auryn Quartett

Stuttgarter Zeitung - 08. Februar 2019

Das Auryn-Quartett hat im Stuttgarter Mozartsaal mit Bach, Mozart und Beethoven begeistert.
Bis der Tod uns scheidet? Streichquartette wie das legendäre Amadeus-Quartett, das 40 Jahre zusammen blieb, bis es sich nach dem Tod des Bratschers auflöste, sind eine Ausnahme. Denn wie in allen festen Beziehungen – und das Quartettspiel ist eine sehr intensive Beziehung – kann es immer Krisen und Schickschalsschläge geben.
Das Auryn-Quartett freilich, das nun im Kammermusikzyklus der SKS Russein eindrückliches Konzert spielte, dürfte gute Chancen haben, die vom Amadeus-Quartett vorgelegte Marke zu übertreffen, denn trotz der mittlerweile 37 Jahre gemeinsamen Musizierens sind bei ihm keinerlei Ermüdungserscheinungen zu bemerken.
Zwar spielen die Geiger Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann, der Bratschist Stewart Eaton und der Cellist Andreas Arndt, anders als einige der jüngeren Streichquartette, die derzeit Furore machen, nicht im Stehen und auch nicht auswendig. Improvisation und Crossover stehen hier außerdem nicht auf dem Programm. Doch was klassische Streichquartetttugenden anbelangt, bewegte sich dieser Abend auf einem selten zu hörenden Niveau.
Das begann schon mit der Programmdramaturgie: Es war das Prinzip des Fugato, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog. Begonnen wurde mit vier Sätzen aus dem Gipfelwerk der Fugenkunst, Bachs „Die Kunst der Fuge“ und mit dem G-Dur Quartett KV 387 von Mozart, das im Finale Tanzweise und Fugenkunst grandios zusammenführt. Dem folgte Mendelssohns kontrapunktisch geprägter Geniestreich, das posthum veröffentlichte (und technisch verflixt schwere) Capriccio e-Moll op. 81/3, das nach der Pause von einem weiteren Solitär, Beethovens Quartett cis-Moll op. 131, gekrönt wurde. Bot allein der Luxusklang des auf erlesenen Instrumenten spielenden Auryn Quartetts schon Anlass zum Schwärmen, so gilt das umso mehr für die gleichzeitig aufs Detail wie die große Form abzielende, ganz auf die Vermittlung musikalischer Essenz konzentrierte Quartettkunst der Auryns. Zwei Zugaben: das Andante aus Haydns op. 64/4 und ein Tango von Strawinsky.
Von Frank Armbruster

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Vor ihrem Rückzug vom Konzertleben - Konzert des Auryn-Quartetts in Bonn
Auf Abschiedstournee: Das Auryn-Quartett begeistert im Bonner Arithmeum mit Musik von Brahms und Beethoven

General-Anzeiger Bonn - Mathias Nofze, 27.03.2019


Es wird ein langer Abschied. Das Auryn-Quartett, dessen Karriere 1981 mit dem Gewinn des ARD-Musikwettbewerbs begann, wird sich 2021, zeitgleich zum 40. Jubiläum, aus dem Konzertleben zurückziehen. Kann sein, dass es bis dahin noch einmal in Bonn Station machen wird – kann auch sein, dass nicht. Glücklich also die, die jetzt sein Gastspiel im Arithmeum erleben konnten: hinreißendes Streichquartettspiel inmitten von historischen Rechenmaschinen und abstrakter Kunst.
So gläsern, wie die Heimstätte des Instituts für Diskrete Mathematik ist, so durchsichtig musizierten die vier Werke von Brahms und Beethoven. Wobei „durchsichtig“ nur eine Facette der Interpretation umschreibt. Es klingt schnell nach zerbrechlich oder dünnhäutig. Das kann man vom Klang, den das Auryn-Quartett bietet, wahrlich nicht sagen. Er ist geschmeidig, sonor – nicht zuletzt wegen eines auffällig kernigen Cellofundaments – und auf dezente Weise präsent und dicht. Sorgsam achtet das Ensemble darauf, die Musik wie einen atmenden Organismus zu gestalten, was zum Beispiel im ersten Satz des c-Moll-Quartetts von Brahms eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Erst spät entschloss sich Brahms, Streichquartette zu schreiben: Beethovens Werke standen lange Zeit als auratische Meisterwerke im Weg. Dann aber nahm sich Brahms die „Rasumowsky-Quartette“ mit ihrer ausgetüftelten Verarbeitungstechnik zum Vorbild – und schuf im c-Moll-Quartett ein ebenbürtiges Werk. Aber keineswegs Kopfmusik, sondern bei aller Satzkunst ein äußerst expressives Stück. Und das wurde vom Ensemble auf eine überwältigende Weise dargeboten. Da vereinten sich Tiefsinn und Eleganz. Und der zweite Satz wirkte mit seiner Melodienfülle wie Seelennahrung.
Homogenität des Klangs lernten die vier beim Amadeus-Quartett, Trennschärfe und Individualität der Stimmen beim Guarneri-Quartett. So liest man es auf der Homepage. Dass man beides nun auf einer höheren Stufe vereint, klingt schon fast wie die berühmte Hegelsche dialektische Aufhebung. Im Grunde ackert ja jedes Quartett auf diesen beiden Baustellen. Dem Auryn-Quartett muss man aber bescheinigen, dass es dort unglaublich gute Arbeit leistet. Und nur einem Ensemble, dem das Aufeinander-Hören und Miteinander-Reagieren zur zweiten Natur geworden ist, gelingt eine derart packende Interpretation wie die des cis-Moll-Quartetts von Beethoven. Man ließ sich vom Furor im Finale mitreißen, von der vergnügten Leichtigkeit im Andante anstecken, vom elysischen Zauber des Adagios verführen. Makellos und innig schließlich die Zugabe: das Andante aus Haydns op. 64 Nr. 6.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/Konzert-des-Auryn-Quartetts-in-Bonn-article4075161.html

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Zum Auftakt das Beste / Auryn-Quartett begeisterte in der Oetkerhalle

"Gleich zum Saisonstart das Highlight [...] In mehr als 30 Jahren hat sich die deutsche Formation einen Spitzenplatz gesichert, den auch die höchst anspruchsvolle Programmwahl wiederspiegelte: mit Schumann und Brahms als den beiden zentralen Gattungsbeiträgen der deutschen Romatnik und einem zeitgenössischen Nachklang zu Beginn des Konzertabends."

Michael Beughold, Neue Westfälische Zeitung, 24.10.2013
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Meister in der Königsklasse

"Dadurch gelangen Sätze wie der Kopfsatz des Brahmsschen Quartettes mit seiner an Schubert anklingenden Schwermut, allerdings auch das ungarisch anmutende Finale unvergleichlich eindrucksvoll. Der begeisterte Beifall erzwang zwei Haydn-Zugaben."

Armin Kansteiner, Westfalen Blatt, 23.10.2013
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Leichtfüßige Eleganz

Artikel von Stefan Uhrmachen in der Saarbrücker Zeitung vom 21.05.2013

Originalartikel zum Nachlesen HIER.
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"Brahmsiade" - Hamburg, April 2013
Brahms│Haydn│Tschaikowsky
mit Niklas Schmidt, Cello
und Nobuko Imai, Viola

Der Artikel "Den Erwartungen ein Schnippchen geschlagen" im Hamburger Abendblatt ist
HIER
zu lesen.
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Bamberg und Fürth, Februar 2013
Haydn│Lutoslawski│Schubert
mit Niklas Schmidt, Cello

Glücksmomente mit dem Auryn-Quartett
"Was soll man nach einem gehaltvollen kammermusikabend mehr loben?"

Martin Köhl, Fränkischer Tag, 18.02.2013

Höchstmaß an Ausdruck
"Eine Sternstunde der Kammermusik".
"Wieder ein höchstmaß an klanglichem Ausdruck und perfekter Homogenität".
"Keine Zugabe trotz begeisterten Beifalls – aber was hätte nach diesem grandiosen Spiel auch folgen sollen?"

Günter Greb, Fürther Nachrichten, 18.02.2013
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Schwetzinger Festspiele 2012

Mit: Christine Schäfer, Sopran │ Aribert Reimann, Klavier │ Axel Bauni, Klavier

"Was Streicher und Sängerin hier mit so ziemlich allen Mitteln der Kunst an Seelenzustande andeuten, hätte dem empfindsamen Romantiker [Schumann] hingerissen."
(Werke von Mendelssohn, Schumann und Reimann)

Rezension aus Darmstädter Echo vom 21.05.2012

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Musik und Kunstfreunde Heidelberg

„Zu erleben war wunderbar organisch fließendes Haydn-Spiel, dessen fein abgestimmter Esprit in den klug dosierten Ecksätzen ohne „geschmacksverstärkende“ Zuspitzungen hinsichtlich Tempo oder Artikulation auskam. Große Quartettkunst ... verströmten die beseelten langsamen Sätze: erlesen nuanciert die farbenreichen Andante-Variationen, tief bewegend das mit weiträumiger Kantabilität und delikaten Cellosoli aufwartende „Poco adagio“ … – einer der lyrischen Höhepunkte…“
„…eine der spannendsten Konzerterfahrungen in Sachen Schumann seit langem. „
(Werke von Haydn und Schumann)

Klaus Roß, Rhein-Neckar-Zeitung, 20.09.2012
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Oster-Schubertiade Köln

„Das war eine zeitlose, klassische Interpretation, die einfach Spaß machte und im Scherzo oder Finale das Tempo anzog, ohne zu übertreiben.“
Schubert: Forellen-Quintett)

Matthias Corvin, Kölnische Rundschau, 05.04.2012
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Staatstheater Darmstadt

„So muss es sein“

„Haydn … hätte seine Freude gehabt an der kultivierten Gestaltung und der gleichermaßen phantasievollen wie distinguierten Modellierung origineller Aspekte.“
(Beethoven: Streichquartett D-Dur op. 76 Nr. 5 Hob III:79)
Ausgerüstet mit einer breiten Palette an Farben und dynamischen Schattierungen, exponierten die vier Streicher den ganzen seelischen Reichtum eines Genies, das das Leben in alle Richtungen ausgeschritten hat.“
(Beethoven: Streichquartett Nr. 14 cis-Moll op. 131)
„Am Ende … steht unversehens die schlichte Eleganz derjenigen im Zentrum, die sich gegen die Mode entschieden haben.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Benedikt Stegemann, 21.09.2011
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Auryn Quartett im Beethoven-Haus Bonn:

Blitzsauberes Spiel

Erwähnung fand Robert Schumann am Abend seines 200. Geburtstags zwar mit keinem Wort beim Gastspiel des Auryn Quartetts im Beethoven-Haus, aber musikalisch wurde seiner an erster Stelle gedacht: Mit dem A-Dur-Quartett aus op. 41. Mit unnachahmlichem Brio nahm man den Kopfsatz, der zweite Satz war von bohrender Intensität und das abschließende Allegro blitzsauber gespielt und tief empfunden.

Ein gelungener Auftakt. Doch anlässlich des Abschlusses der Jubiläumssaison 20 Jahre Kammermusiksaal hatten sich die Verantwortlichen noch ein Geschenk gegönnt. Bei dem jungen Komponisten Sven-Ingo Koch hatte man ein Streichquartett in Auftrag gegeben, das an diesem Abend seine Uraufführung erlebte. Für den 1974 geborenen Koch, der sein Handwerk bei Nicolaus A. Huber und Brian Ferneyhough gelernt hat, bedeutete es den ersten Beitrag zu dieser traditionsreichen Gattung. Das Auryn-Quartett spielte das ungemein expressive und facettenreiche Werk mit faszinierender Präzision. Koch, der zuvor eine kleine Einführung in sein Opus gegeben hatte, verfolgte die Uraufführung sichtlich gespannt und schien am Ende hochzufrieden mit der Interpretation.

Zum Beschluss zeigte sich mit Ludwig van Beethovens e-Moll Quartett aus op. 59 noch einmal die wahre Klasse der Auryns, die mit Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann, Violine, Stewart Eaton, Viola, und Andreas Arndt, Violoncello, wieder zu Hochform aufliefen und mit dem brillant gespielten Finale aus Haydns Lärchenquartett als Zugabe noch einmal nachlegten.

General-Anzeiger, Guido Krawinkel, 10.6.2010


... Nun hat sich der Veranstalter mit dem hochrenommierten Auryn Quartett für die Uraufführung auch nicht lumpen lassen. Und Deutschlands fleißigstes Quartett mit dem vielleicht größten Repertoire ließ es auch nicht dabei bewenden. Die Quartettvereinigung mit dem ausgeprägten Komplettanspruch - kein Jubiläum, zu dem nicht das Gesamtwerk vorgelegt würde - bei Haydn immerhin 68 Quartette. Bei Schumann nur drei, vielleicht ein Stoßseufzer von Lingenfelder und Co. Sie haben das dritte gespielt, es trägt nicht die Krone, weil es zum Schluss etwas an Interesse verliert. Mit Beethovens mittlerem Rasumowsky-Quartett hat man dann ganz hoch gegriffen. Grandios. Zwischen den Polen des tiefen Adagios "con molto sentimento" und den heftigen rhythmischen Überfällen des Prestofinales gelingt ihnen alles. Auch die Haydn-Einspielung war nicht umsonst - das Finale des Lerchenquartetts gab es als Zugabe.

Kölner Rundschau, H.D. Terschüren, 11.6.2010

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