Liza Ferschtman
Violine

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CD-Rezensionen

Liza Ferschtman


CD - Biber │ Bartók │ Berrio │ Bach
Heinrich Biber: Passacaglia "Der Schutzengel" C. 105
Béla Bartók: Sonate für Violine solo Sz. 117
Luciano Berio: Sequenza VIII für Violine
J.S. Bach: Partita Nr. 2 in d-Moll BWV 104
Liza Ferschtman (Violine)
Label: Challenge Classics

Angefangen von dem glasklar, (fast) ohne jegliches Vibrato musizierten Bach-Klassiker über die „Schutzengel“-Passacaglia Bibers, in der sich Ferschtman trotz vieler draufgängerischer Bizarrerien nicht einen Moment lang aus der (Bass-)Ruhe bringen lässt – ein Bravourstück! Doch auch in der Moderne weiß die 34-Jährige kaum minder zu überzeugen, wenn sich ihre virtuos geführte Stradivari in Bartóks spätem Werk scheinbar in einen regelrechten Wettlauf mit sich selbst durch die extremen Lagen begibt oder die Geigerin in den Ballungen Berios kräftig „zuzupacken“ weiß. Ohne darüber ihren eigentlichen Ansatz zu verlieren, nämlich diese Sequenza wie eine barocke Toccata zu spielen – und damit ihre Idee eines Konzeptalbums auch über die bloße Theorie hinaus Wirklichkeit werden zu lassen.

concerti, Christoph Forsthoff, August 2014

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CD - Kodaly: Duo für Violine & Cello op. 7, Ravel: Sonate für Violine & Cello, Schulhoff: Duo für Violine & Cello
Liza Ferschtman (Violine)
Dmitry Ferschtman (Violoncello)
Label: Challenge Classics

Moderne Kammermusik vom Feinsten

Der Erste Weltkrieg war ein Epochenwechsel, der eine der experimentellsten Phasen in der Musikgeschichte mit sich brachte. Alte Paradigmen wurden umgestoßen, neue Wege eingeschlagen. Das machen Liza und Dmitry Ferschtman auf ihrer aktuellen CD deutlich. Drei Werke für Violine und Cello aus der Zeit von 1914 bis 1925 haben sie sich dafür vorgenommen. Damit gelingen ihnen eindringliche Lesarten: An Zoltán Kodálys Duo op. 7 demonstrieren sie, wie mit Folkoreeinflüssen unerhörte Klänge und höchste Expressivität erreicht werden. Maurice Ravels so konzentrierter wie raffinierter Sonate verleihen sie ungeheure Tiefe und Prägnanz. Und mit dem charaktervollen Duo von Erwin Schulhoff, der 1942 im KZ Wülzburg bei Weißenburg in Bayern starb, gelingt ihnen die überaus spannende Erkundung eines Meisterwerks moderner Kammermusik des noch immer viel zu selten aufgeführten Komponisten. Eine Aufnahme vom Feinsten!

concerti, Eckhard Weber, März 2012

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Symbiotisch

... drei Werke kann man auf dieser Challenge-CD in kongenialer Interpretationen hören. ... Mit ihrem gleichermaßen lustbetonten wie expressiven Spiel bringen sie das musikalische Material zum Kochen, und dabei herrscht bei ihnen ein symbiotische Zusammengehörigkeit, wie sie wohl nur Vater und Tochter zusande bringen können. Eine fulminante Darbietung, die ihresgleichen sucht. Die ausgezeichnete Klangqualität macht den Hörgenuss perfekt.

5 Sterne

Magazin Ensemble, Robert Nemecek, März 2012

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CD - Dvorák: Violinkonzert op. 53, Gershwin: An American in Paris
Netherlands Philharmonic Orchestra
Mario Venzago (Leitung)
Liza Ferschtman (Violine)
Label: Challenge Classics

…Bei Challenge Classics ist eine außergewöhnlich schöne Aufnahme des Violinkonzerts von Antonín Dvorák erschienen. Die niederländische Geigerin Liza Ferschtman spielt zusammen mit dem Niederländischen Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Mario Venzago. Liza Ferschtman spielt mit edlem, rundem und vollem Ton das Violinkonzert von Antonín Dvořák. Vom zartesten Schmachten bis zur glutvollen Leidenschaft beweist sie ein geradezu unheimlich gutes Gespür für die Musik Dvoráks. Nicht die kleinste Nachlässigkeit, Unsauberkeit oder Schwäche ist zu hören, aber die Aufnahme ist weit entfernt von kalter Perfektion. Ganz warm, liebevoll, tief durchdrungen, hoch virtuos und immer sauber musiziert sie in den größten Bögen. Weder Agogik, noch Akzente, noch sonst irgendetwas wird übertrieben, alles ist im richtigen Maß. Diese Interpretation kann in ihrer tief durchdrungenen Perfektion ein neuer Maßstab sein.

HR2-Kultur, Christoph Werkhausen, November 2011

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Mit besonderem Repertoirewert kann diese CD nicht punkten, dafür aber mit einer ungewöhnlichen Zusammenstellung – und hervorragenden Interpretationen. Schon bei ihrem ersten Einsatz im Dvorák-Violinkonzert kostet die Niederländerin Liza Ferschtman, bei uns noch viel zu wenig bekannt, die romantische Emphase weidlich aus und gibt damit die Richtung an: Dies ist eine im besten Sinne altmodische Einspielung, die dem Hörer das Gefühl gibt: Hier stimmt einfach alles. Emotionengetränkt, aber nie dickflüssig, mit rundem, warmem Ton im Orchester und brillantem Leuchten von der Solistin. Ebenso schön und pfiffig musiziert ist auch die orchestrale Gershwin-Zugabe.

www.concerti.de, Stefan Kern, Dezember 2011

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Um so interessanter ist es, was Liza Ferschtman aus dem für sich genommen durchaus dankbaren Violinpart des wenig gespielten Konzertes macht. Sie steigt schon mit einem saftig artikulierten Vorhalt außerordentlich blutvoll in das Geschehen ein, verspricht damit, jede Sekunde so klangsinnlich wie möglich zu gestalten – und hält das auch ein. Man höre etwa die geschmeidige Höhenlage, die mehrstimmigen Passagen, welche hier zu einer angenehmen Klangausbreitung führen, nicht zur Demonstration von Virtuosentum, oder achte darauf, wie subtil und geschmackssicher Ferschtmann die effektvollen, genuin violinistischen Passagen auskostet, fast augenzwinkernd, nie überzogen. Und was ihr an reiner Kraftentfaltung in den letzten Finaltakten gelingt, ist einfach fabelhaft.

Klassik-Heute.com, Michael B. Weiß 13.12.2011

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CD - Julius Röntgen (1855-1932): Violinkonzerte a-Moll & fis-Moll
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
David Porcelijn (Leitung)
Liza Ferschtman (Violine)
Label: cpo

Erst in jüngster Zeit hat man damit begonnen, das umfangreiche Œuvre des deutsch-niederländischen Komponisten Julius Röntgen (1855–1932) nach und nach zu erschließen, woran das Label cpo nicht unbeträchtlichen Anteil hat. Nach mehreren Sinfonien (Röntgen schrieb insgesamt einundzwanzig!) und Orchesterstücken sowie den Szenen aus Goethes Faust für Soli, Chor und Orchester, legt das Label nun – wiederum unter der sorgfältigen Leitung von David Porcelijn – die beiden Violinkonzerte vor und fördert damit einmal mehr Erstaunliches zutage. Im a-Moll-Konzert von 1902 bestimmt die Solovioline fast unausgesetzt das Geschehen – eine dankbare Aufgabe für die niederländische Geigerin Liza Ferschtman, die sich durch leuchtenden Ton, saubere Technik und überlegte Gestaltung empfiehlt. Erst im Finale, das ein mittelalterliches Volkslied zitiert, kommt auch das Orchester ausgiebiger zu Wort.

Das zweite Violinkonzert in fis-Moll schrieb Röntgen 1931 für die ungarische Geigerin Jelly dArányi, eine Nichte von Joseph Joachim, für die auch Maurice Ravel Tzigane und Vaughan-Williams das Concerto Academico komponierte, die Röntgens Konzert jedoch nie gespielt hat. Die Uraufführung erfolgte erst zehn Jahre nach dem Tod des Komponisten 1942 durch dessen Sohn Joachim Röntgen und das Amsterdamer Concertgebouw Orchester unter van Beinum. Im rhapsodisch beginnenden Kopfsatz glaubt man noch einmal Anklänge an Röntgens Freund und Vorbild Johannes Brahms zu hören, während das hinreißend schwungvolle Allegro capriccioso-Finale in ganz andere Regionen führt. In diesem Konzert ist das Orchester ein echter Partner des Solisten, äußerst subtil und raffiniert eingesetzt.

Als Intermezzo zwischen den beiden Konzerten erklingt die 1918 in wenigen Tagen komponierte Ballade für Violine und Orchester, deren schwermütige Rahmenteile an Röntgens anderen Freund Edvard Grieg denken lassen. Liza Ferschtman brilliert mit ausdrucksvollem Spiel und gibt dem Mittelteil tänzerische Beschwingtheit. Das Orchester wartet dazu mit bestechenden Bläsersoli auf. Auch dies eine willkommene Repertoire-Bereicherung!

Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität: 9
Gesamteindruck: 10

Klassik-heute.de, Sixtus König, 29.4.2011

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Musizieren auf hohem Niveau für Unbekanntes

... Lauscht man Liza Ferschtmans vor Esprit Funken sprühender Interpretation und der nicht weniger beseelten Begleitung des Orchesters unter Porcelijn, kommt man auf den Gedanken, dass hier genau aus dieser Perspektive musiziert wird. Ferschtmans geschliffen-feuriger, bis ins letzte Detail durchstrukturierter Vortrag klingt so, als hätte sie alle drei Werke verinnerlicht und seit Jahren im Repertoire. Mit traumwandlerischer Selbstsicherheit formt sie wie aus einem Atem die großen Bögen, mit denen Röntgen die Stimme der Solovioline bedacht hat. Tatsächlich sind die Werke vor allem auch hörenswert, weil in ihnen, nach bester Brahms-Tradition, das Soloinstrument sich nicht in selbstzweckhaftem Gefunkel ergeht, sondern auf nicht weniger spieltechnisch virtuose Weise den formalen Prozess in kantabler Weise entfaltet. Dies nachgezeichnet und die beglückende Naivität von Röntgens Musik als Ergebnis intellektueller Leistung herausgearbeitet zu haben, ist Ferschtman gemeinsam mit Porcelijn aufs Schönste gelungen. Zudem klingen die schnellen Sätze so schwungvoll und musikantisch, dass es ins Blut geht. Überhaupt muss man Ferschtman, die mittlerweile keine Unbekannte mehr sein dürfte, für ihren Einsatz dankbar sein. Viele Geigerinnen und Geiger genügen sich darin, den Kanon zu reproduzieren oder tun nur so, als ob sie neue Wege beschreiten würden (siehe das neue Album ‚A Celebration of Joseph Joachim‘ von Daniel Hope, das nur zwei Stücke von Joachim aufweist und ansonsten Populäres bringt). Ferschtman hingegen ist eine, die es ernst meint mit ihrem Engagement für vernachlässigte Werke und damit bemerkenswerte Ergebnisse erzielt.

Interpretation: 5
Klangqualität: 4
Repertoirewert: 5

Klassik.com, Aron Sayed 6.4.2011

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CD - Beethoven: Violinkonzert und Romanzen Nr. 1 & 2
Netherlands Symphony Orchestra
Jan Willem de Vriend (Leitung)
Liza Ferschtman (Violine)
Label: Challenge Classics

Detailfreudig

Zugegeben, eigentlich war diese Aufnahme für die Rubrik „Kurzbesprechung“ vorgesehen, doch schon nach dem ersten Höreindruck stand fest, dass diese Einspielung eine etwas genauere Würdigung verdient hat. Die russischstämmige Geigerin Liza Ferschtman hat im Jahr 2006 mit dem Pianisten Inon Barnata bereits sämtliche zehn Beethoven-Violinsonaten auf geführt, eine davon, op. 96, fand Eingang in ein 2007 veröffentlichtes Album an der Seite von zwei Schubert-Werken.
Nun hat Ferschtman Beethovens Violinkonzert sowie die beiden Romanzen aufgenommen. Jan Willem de Vriend leitet das Netherlands Symphony Orchestra, das man im Internet nur unter seinem eigentlichen Namen „Orkest van het Oosten“ findet und mit dem de Vriend derzeit einen Beethoven-Sinfonien-Zyklus erarbeitet. Ähnlich wie von der Bremer Kammer- philharmonie wird auch hier ein Mix aus historischem und modernem Instrumentarium zu einem lebendigen Mischklang verwoben. Vor allem die Balance unter den Bläsern ist bestechend. Überhaupt liefern Dirigent, Orchester und Solistin Überraschendes: eine jederzeit detailfreudige, sichere, ausdrucksstarke, intelligente Interpretation.
Ferschtmans Melodielinien wirken nie gewollt, verzichten auf alles Süßliche; sie zeichnen sich vielmehr durch gestalterische Klugheit und Finesse aus.
Der Mittelsatz klingt mit seiner vibratolosen Kargheit zunächst wie ein fahles Idyll, bevor mit dem gleichzeitigen Einsatz von Horn und Solovioline zartes Leben erwacht. Auch im Rondo steuern Orchester und Solistin aus einem gemeinsamen Geist heraus ziel- und geschmackssicher die Höhepunkte an. Die Romanzen bleiben erfreulich kitschfrei. Auch klanglich ist diese SACD-Produktion tadellos.

Fono Forum, Christoph Vratz, 03/2011

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... es ist doch möglich, eine weitere Facette dieses Werks zu erschließen. Zumindest wenn die Solistin Liza Ferschtman heißt, der Dirigent Jan Willem de Vriend und das Orchester The Netherland Symphony Orchestra beziehungsweise Orkest van het Oosten.

...Mag der Violinpart hauptsächlich aus Skalen, Dreiklängen und anderem Passagenwerk bestehen – Ferschtmans beseelte, schier unerschöpfliche Ausdrucksvariabilität, die reife Süße des Tons auf der hohen E-Saite (vergleichbar etwa mit Zino Franscescatti), aber vor allem ihre deklamatorisch geprägte, gleichwohl ebenso gesangliche Phrasierung, machen diesen Umstand schnell vergessen.
Insbesondere im Kopfsatz behandelt die 1979 Geborene beinahe jede Phrase, jede Figur so differenziert, dass ihre Interpretation in buchstäblich jedem Takt anders klingt. Wirkt sie in einem Moment gespannt, scheint sie bereits im nächsten Moment wieder ruhig, dabei stets der inneren Logik der Musik folgend. Dank ihres Gespürs für Dramaturgie und formalen Zusammenhang braucht man dabei nie zu befürchten, dass ihr Vortrag in Einzelbestandteile zerfällt. Vielmehr entsteht der Eindruck, erst durch dieses Höchstmaß an geigerischer Differenziertheit werde das gesamte Potential des Beethoven-Konzerts zum Vorschein gebracht. Und das darf man, beachtet man die große Konkurrenz auf Ferschtmans Gebiet, der das bei weitem nicht immer so gut gelingt, dann doch eine Leistung nennen. Dies zumal auch die beiden Romanzen für Violine und Orchester op. 40 und 50 mit nicht weniger Sorgfalt wie Innigkeit behandelt werden.

Klassik.com, Aron Sayed, 18.12.2010

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CD – Bach / Ysaye: Werke für Violine solo
Liza Ferschtman (Violine)
Label: Challenge Records


… Die holländische Geigerin russischer Abstammung Liza Ferschtman stellt jeweils das Bach-Werk der darauf bezogenen Ysaÿe-Sonate gegenüber, wobei sie Ausdrucksmittel, Klangqualität und Tonvolumen mit feinem Stilempfinden differenziert und jedem Stück seine eigene Aura verleiht. Ihre außerordentliche Fähigkeit, polyphone Verläufe durchhörbar und verständlich zu machen, kommt beiden Komponisten zugute – ebenso die kluge Tempowahl, die es ihr erlaubt, Akkorde nahtlos in den melodischen Fluss einzubeziehen und so jederzeit die Kontinuität der Bewegung zu wahren. Dieses Kontinuum gliedert Liza Ferschtman lebendig in Spannungsbögen, die sich entfalten und abrunden und nie auch nur einen Anflug von Mechanik aufkommen lassen. Hier verbinden sich brillante technische Beherrschung und makellose Tonschönheit mit gestalterischer Intelligenz zu einer außerordentlich fesselnden Darstellung, die in der hervorragenden Aufnahmequalität der SACD ihre Entsprechung findet.

Klassik-Heute.com, Sixtus König, 16.04.2010

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CD – Beethoven/Schubert: Werke für Violine und Klavier
Liza Ferschtman (Violine)
Inon Barnatan (Klavier)
Label: Challenge Records


… Dass diese exzellent ausgesteuerte Produktion teils Standardwerk zu bieten hat, rückt allerdings gleich zu Beginn in den Hintergrund. Schon der erste zarte Violintriller, mit dem die unproblematische G–Dur Sonate einsetzt, beweist Ferschtmans Ausnahmekönnen. Entfernt an den rasiermesserscharfen Strich Augustin Dumays erinnernd, verströmt ihr Spiel eine feine Wärme, die von sachlichen Klarheit erfüllt ist, einer seltenen Brillanz. Und im weiteren Verlauf der Musik stellt sich immer deutlicher heraus, dass ihr Ton Dank eines kunstvoll eingesetzten Vibratos im wahrsten Sinne des Wortes verhaucht. Besonders die leisen Stellen geraten so zu kleinen intensiven Ereignissen, weshalb das Fehlen eines dramatischen Potentials in dieser recht lyrischen Sonate nur sehr selten ins Auge sticht. Man merkt dem Duo die Erfahrung des ausgiebigen Zusammenspiels deutlich an. Barnatans ausdrucksstarkes, ebenso brillantes Spiel zeugt von formbewusster Sensibilität und der Verpflichtung an eine musikalische Gelassenheit, die im Zeichen persönlicher Zurückhaltung steht. Die ausnahmslos detailliert herausgearbeiteten Phrasen wirken so, als ob ihre Phrasierungen etliche Male hin und her gewendet und wieder verworfen worden wären, bis letztlich eine scheinbare Natürlichkeit zustande kam, deren Perfektion an die Forderung erinnert, dass Kunst wie zweite Natur wirken müsse.

Der entspannte musikalische Charakter setzt sich in der Schubert- Phantasie fort. Auch wenn es sich hier um ein Spätwerk handelt, erscheint das einleitende Andante molto formal fast zu einfach: Eine langgezogene simple Violinmelodie entspinnt sich über dem leise eingängigen Murmeln des Klaviers. Für diese Monotonie entschädigt einen das darauffolgende tänzerische Allegretto, wo Ferschtman und Barnatan die auferlegte Gelassenheit vorübergehend ablegen und den Satz zu seinem dramatischen Höhepunkt führen. Das Kernstück der Phantasie bildet jedoch der langsame Variationssatz, der in reizvollen Wendungen das ‘Sei mir gegrüsst’- Motto präsentiert. Insgesamt darf man Ferschtman und Barnatan getrost sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel als zwei nahezu vollendete Beethoven- und Schubertinterpreten bezeichnen.

Klassik.com, Aron Sayed, 4.5.2007

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