Liza Ferschtman
Violine

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Rezensionen

Konzerte

Liza Ferschtman


PRESSESCHAU SCHOTTLAND
BBC Scottish Symphony Orchestra
Ilan Volkov, Dirigent
St Marys Parish Church, Haddington, 15.09.2016
Ludwig van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.61

THE SCOTSMAN
Music review: The Lammermuir Festival
By David Kettle

A few days later, it was back to St Mary’s Parish Church, Haddington, for the BBC Scottish Symphony Orchestra under Ilan Volkov who were joined by Dutch violinist Liza Ferschtman for what felt like a fascinatingly analytical Beethoven Violin Concerto. It might have been because of St Mary’s generous acoustics, but Volkov took things at a surprisingly careful, deliberate pace throughout, which, combined with Ferschtman’s vivid, strongly projected playing, made it feel like every turn of phrase was being picked over for meaning.

THE HERALD, SCOTLAND
Reviews: BBC Scottish Symphony Orchestra
By Rowena Smith

Liza Ferschtman was the soloist in the Beethoven, producing a sweet, silvery tone that soared over the orchestral writing in the clear acoustic of St Mary’s. Volkov set an elegantly unhurried tempo leaving plenty of space for Ferschtman’s lyricism without allowing the music to become weighted down and over indulgent. Only Beethoven’s own cadenza in the first movement (transcribed from his arrangement of the concerto for piano) felt a bit gratuitous its flamboyance at odds with the symphonic weight of the work.

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PRESSESCHAU der Tournee mit dem CONCERTGEBOUW KAMMERORCHESTER AMSTERDAM im Februar und März 2016:

Stuttgart

Dieser Zyklus, 1970 abgeschlossen, wurde 1998 von Leonid Desyatnikov für Solo-Violine und Streichorchester eingerichtet, hinreichend Piazzollas mit dem Bühnenstaub dampfender und schwitzender argentinischer Tanzsäle angeschmutztes Original auf diese klassische Besetzung übertragend: mit dem Bogen-Frosch angeknarzte Saiten sowie ein Spiel hinter dem Steg schmieren die Illustrationsmaschinerie. Es mischt hier viel Holz mit. Und Seele und Laszivität, weil oben auf dem Podium die phänomenale Liza Ferschtman steht und mit ihrer Guarneri Del Gesú, einer Kanone von Geige, unerhörte Geschichten erzählt, Erzählungen aus einer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat. Aber hier kommt keine Märchenstunde dabei heraus, sondern das Leben selbst: packend, erotisch aufgeladen, stampfend und sehnsuchtsvoll singend. Ferschtman ist in den Niederlanden, wo sie 1979 geboren wurde, eine Berühmtheit. Warum nicht hier, fragt man sich nach diesem Auftritt mit dem Concertgebouw Kammerorchester Amsterdam. Eine Künstlerin, die jede Phrase spricht, Glissandi nicht als Effekt, sondern als lautmalerische Gesten versteht, mit fleischigem Ton, der eine beinahe holografische Präsenz hat, den Saal füllt, in die G-Saite taucht, ohne dass der Ton splittert, deren feuriger Zugriff auch in der vierten Lage nicht zaghaft wird. Sekunden vor dem Schluss des ersten Satzes „Herbst“ reißt die E-Saite, nach wenigen Minuten ist Ferschtman zurück und spielt ohne Konzentrationsbruch weiter. Jetzt hat sie das 19-köpfige Ensemble, das sich aus dem Weltklasse-Orchester rekrutiert, genau dort, wo das Gerüst aus Form, Harmonie und Takt sich auflöst zu einem klingenden Ereignis anderer Ordnung.

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung, 2. März 2016

Schweinfurt

Ein Faszinosum an Leidenschaft und brodelndem Temperament bricht los: Liza Ferschtman entlockt ihrem Instrument alle möglichen Emotionen, lässt es sprechen, singen, weinen, lachen, sie balzt und faucht, setzt brutale Striche gegen süße Kantilenen. Aussagestark und fesselnd ist das, auch der Solocellist kann hier – wie auch in weiteren Teilen des Programms – große Klasse zeigen.
Das Orchester schmilzt sich ins Geschehen, ist ein prächtiger Partner. Virtuose Spielkunst paart sich bei Liza Ferschtman mit katzenhafter Anmut und Funken sprühenden musikalischen Feuerwerkskaskaden. Rhythmischer Applaus und ein glitzernder musikalischer Sonnenaufgang („Aurore“ von Eugene Ysaye) setzen einen grandiosen Schlusspunkt.

Elke Tober-Vogt, Mainpost, 3.3.2016

Ludwigshafen

Der scharfe Kontrast und Höhepunkt folgt zum Schluss mit den „Vier Jahreszeiten
in Buenos Aires“ des Tango-Großmeisters Astor Piazzolla in der wirkungsvollen, mit Zitaten aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gespickten Bearbeitung für Violine und Streichorchester von Leonid Desyatnikov.
Liza Ferschtmans erste schabende Geräusche am Steg ihrer Geige als Solistin im „Herbst“ entwickeln sich bald zu mal feurigen, mal intimen Tango-Melodien, die sie voller Leidenschaft, mit makelloser Technik und präzisen Spitzentönen in höchsten Lagen vorträgt. Das Orchester wird zum gleichberechtigten Partner der Geige und packt die perkussiven Begleitfiguren und hitzigen Glissandi locker und federnd an. Verdienter langer Beifall für die abwechslungsreichen Hörerlebnisse.

Sjh, Mannheimer Morgen, 5.3.2016

Ludwigshafen

Bei Piazollas Jahreszeiten produzierte Liza Ferschtman mit hinreißendem Temperament ein atemberaubendes Feuerwerk blendender Instrumentalakrobatik. Hinzu kamen leidenschaftliche Hingabe an die Musik und die Sensibilität der Künstlerin. Die Geige schmachtete, flüsterte und säuselte in ihren Händen. Mit Eugène Ysayes „Sonnenaufgang“ für Violine solo lieferte sie anschließend ein weiteres brillantes Virtuosenstück.

Rheinpfalz, Gabor Halasz, 5.3.2016

Gütersloh

Hier trat denn auch Liza Ferschtman, Solistin des Abends, in Aktion: In den Niederlanden zu den bekannten und geschätzten Künstlern gehörend, ist die Geigerin hierzulande noch relativ unbekannt, was angesichts ihrer Fähigkeiten mehr als bedauerlich ist. Mit einer ebenso wilden wie klangsinnlichen Umsetzung des Werkes lieferte sie eine einprägsame Vorstellung, in der auch die Brüche der Musik – etwa die von Desyatnikov eingearbeiteten Vivaldi-Reminiszenzen - im Sinne von Überraschungs- und Störmomenten zum Vorschein kamen. Hier wohnte man weniger der Wiedergabe eines viersätzigen Zyklus für Soloinstrument und Streichorchester denn einer sorgfältig inszenierten theatralischen Auseinandersetzung zwischen Solistin und Orchestermusikern bei - einer Auseinandersetzung, in der Letztere mit außerordentlich großer Spiellust agierten. Großartig gerieten aber auch die intimen Duosituationen, die sich bei Ferschtmans Dialogen mit dem hervorragenden ersten Cellisten des Concertgebouw Kamerorkest ergaben.
Ihre besonderen geigerischen Fähigkeiten unterstrich die Geigerin anschließend noch mit ihrer Zugabe, schickte sie doch ihrer Piazzolla-Lesart eine Interpretation von Eugène Ysaÿes fünfter Solosonate hinterher, die sich im großen Konzertsaal durch eine phänomenale klangliche Präsenz selbst in den zarten, filigranen Passagen auszeichnete. Eine bessere Visitenkarte für ihr Können hätte man sich von Liza Ferschtman tatsächlich nicht wünschen können, denn dieser Vortrag ließ so manche ihrer bei uns bejubelten Kolleginnen und Kollegen recht blass erscheinen.

Klassik.com, Stefan Drees, 7.3.2016


Solo-Recital im Arithmeum Bonn
Biber │ Bartók │ Berio │ Bach

...geistreich konzipiertes Programm in dessen Zentrum die Chaconne aus der zweiten Partita von Bach stand... von Ferschtman technisch makellos und musikalisch mit einem genialen Gespür für Spannungsbögen und kontrapunktische Details gespielt. ... Ferschtmans sehr natürlich wirkende Musikalität ... war es auch, was Werke wie Béla Bartóks Violinsonate und Sequenza VIII von Luciano Berio so faszinierend machte.
General-Anzeiger Bonn, 22.01.2015
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Liza Ferschtman (Violine), Enrico Pace (Klavier) im Schloss Dachau
Beethoven │ Prokofiew │ R. Strauss

Pianist und Geigerin beeindruckten mit ihrer Wucht, Kraft und Virtuosität. ... Liza Ferschtman "sang" diese Musik auf Ihrer Geige und zauberte dazu die herrlichsten Strauss-Farben.
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2014

...die Instrumentalisten überzeugten vom ersten Ton an mit präzise ausgearbeiteten Dynamiken und perfekt angepassten Klangfarben. ... Die beiden Interpreten kommunizierten musikalisch spannend miteinander, selbst technisch anspruchsvolle Passagen wirkten mühelos und leicht und es klang energiegeladen, ohne unkontrolliert zu sein.
Münchner Merkur, 27.10.2014
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Liza Ferschtman (Violine), Hong Kong Philharmonic, Jakub Hrusa (Leitung)im Hong Kong Concert Hall mit Strawinskys Violinkonzert

"Ferschtman ... produces a wonderfully rich sound and is technically accomplished".
South China Morning Post, 23.09.2014
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Liza Ferschtman (Violine), Staatskapelle Weimar, Stefan Solyom (Leitung)
im Kurhaus Wiesbaden mit Beethovens Violinkonzert


[Die Solistin] zielte in den hohen Lagen des ersten Satzes anfangs einen reinen, leicht süßlichen Wohlklang, brachte in der großen und spannungsreichen Paukenkadenz ... später aber auch passend rauhere Klänge ein. ...ausdrucksvolle Temposchwankungen von hoher agogischer Flexibilität [verbanden sich im zweiten Satz] mit einem geschmeidigen, im Finale mit einem gegenüber dem Orchester durchsetzungsfähig kräftigen Ton in musikantischem Ansatz.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2013

Zu vitalisieren, zu dynamisieren blieb danach Verdienst der Solistin des Abends. Liza Ferschtman ... verstand Beethovens Konzert erfrischend als Kompendium der variablen Ausdrucksmöglichkeiten, mit feinen, reinen, lyrischen Höhen im ersten Satz, hier aber auch mit einer musikantisch kräftig angefachten Kadenz...

Auch sonst: viel Espressivo, wenig bloß oberflächlicher Schönklang. Das Melos im liedhaft-langsamen Mittelsatz ließ Ferschtman genussvoll vordringen, das virtuose Finale nahm die 34-jährige Geigerin bezwingend locker, aber sicher.
Wiesbadener Kurier, 30.12.2013
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Liza Ferschtman with Bernstein's Serenade in New York
Budapest Festival Orchestra │ Iván Fischer, Conductor

3-D Experience for the Ear

... the concert was nothing short of revelatory.

...with the Dutch violinist Liza Ferschtman bringing refined beauty and character to the solo part of the Bernstein...

Ms. Ferschtman brought laserlike purity and intensity to Bernstein’s “Serenade,” which was conceived as a five-part Platonic dialogue in praise of love. Her sound was melting and lustrous in the long phrases of the first movement, “Phaedrus,” and alluringly veiled in “Aristophanes.” In the fast spiccato passages of “Erixymachus” it showed satisfying bite.
The New York Times, January 22, 2013
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Liza Ferschtman (Violine), Prager Rundfunk-Sinfonie-Orchester, Zdenek Mácal (Leitung)
im Kurhaus Wiesbaden mit Dvoráks Violinkonzert


In der Mitte des Abends aber stand die Begegnung mit einer hochbegabten Violinistin. Liza Ferschtman, künstlerische Leiterin des niederländischen Kammermusikfestivals in Delft, steht zweifelsohne am Beginn einer großen Karriere. Sie brillierte mit einer von leidenschaftlichem Engagement bestimmten Gestaltung von Dvoráks Violinkonzert in a-Moll, überwand die technischen Schwierigkeiten des Werks in lupenreiner Intonation mit nachtwandlerischer Sicherheit, eine Nachzeichnung in der glücklichen Paarung sensiblen Einfühlungsvermögens und sprühenden Temperaments, endend in einem mitreißend gesteigerten Finale mit entsprechend begeistertem Widerhall im Auditorium. Herzlicher Beifall auch für Dirigent und Orchester.
Wiesbadener Tageblatt, Richard Hörnick, 3.9.2012
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Liza Ferschtman (Violine) & Inon Barnatan (Klavier) beim Festival "Robeco Zomerconcert" im Concertgebouw Amsterdam

Beseelte Ferschtman sucht die Wahrheit


„Um große Musik spielen zu können, muss man seine Augen auf einen entfernten Stern richten“, sagte Sir Yehudi Menuhin. Das Einzigartige an dem inspirierenden Beethovenspiel der Geigerin Liza Ferschtman und dem Pianisten Inon Barnatan ist es, dass beide ihre Augen auf denselben Stern richten. Schon als sie in der Saison 2005/06 zum ersten Mal alle Beethoven-Sonaten erfolgreich aufführten, wurde klar, dass Ferschtman und Barnatan von Natur aus dieselbe Sprache sprechen, eine Sprache, die reicher, verfeinerter, sensibler und deutlicher ist als jede Sprache, in der Worte vorkommen. Weit entfernt von Starallüren oder Effekthascherei, sucht das talentierte Duo die äußerste Wahrheit und Schönheit in der Musik.
Ferschtman ist zweifellos die passionierteste Geigerin der jüngeren niederländischen Generation. Mit ihr als Mittelpunkt organisierte die Robecoserie in diesem Sommer ein Minifestival, in dem sie außer den Sonaten auch Beethovens Violinkonzert, Tschaikowskys Violinkonzert und Kammermusik von Franck und Brahms spielt.
Während sich viele junge Musiker auf instrumentale Perfektion, einen großen Ton und „verblüffende“ Phrasierungen konzentrieren, richten sich Ferschtman und Barnatan mit ihrer sensiblen Interpretation der Beethoven-Sonaten nach innen. Empfänglich und frei, ungehindert von dogmatischen Auffassungen, lassen sie den Geist Beethovens erklingen, so dass die Musik selbst im Vordergrund steht. So entsteht eine atmende Bewegung, in der alle Noten, widerspenstige Akzente, raffinierte Motive und turbulente Durchführungen ihren natürlichen Ort und Verlauf bekommen.
Das Duo spielte die melancholische Sonate in a-Moll, op. 23 mit einer verinnerlichten Dramatik, fein gezeichnet in weiten Spannungsbögen. In ihrer expressiven Interpretation der Sonate in A-Dur, op. 30 Nr. 1 folgte das Duo der Verrücktheit Beethovens im Geiste Mozarts, der in seinen Briefen schrieb, dass die Melodie die Essenz der Musik ist, und dass Musik nie das Ohr beleidigen darf.
Brillant in allen Aspekten erklang danach die intensiv und inspiriert gespielte „Kreutzer Sonate in A-Dur, op. 47, in der Ferschtman und Barnatan die ideale Balance zwischen äußerst persönlicher musikalischer Aussagekraft und funkelndem Zusammenspiel auf höchsten Niveau fanden.
NRC Handelsblad, Wenneke Savenij, 9.7.2008

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