Martin Haselböck
Orgel - Wiener Hoforganist

http://www.haselboeck.org

Rezensionen

Martin Haselböck


Konzert: Passau, 20.7.2012, Passauer Orgelnacht im Rahmen der Festspiele Europäische Wochen Passau

Musik bis an die Grenzen des Körpers

Der Dank für die nachhaltigste Erfrischung, die nährendste Dichte, das erhebendste Gänsehauterlebnis in diesem Ausdauer-Konzert gebührt jedoch Martin Haselböck. So klar sein Spiel sich aufbaut, so überlegt und reduziert er den Klang in Formen fasst, so betörend und reich klingt das Ergebnis: ein zum Staunen süßer Muffat, ein temperamentvoller, luftiger Bach, ein erschütternder Liszt und eine packende Uraufführung von Friedrich Cerhas "Sechs Präludien", deren Module durch den Raum huschen wie wilde, bunte, bissige Tierchen, die soeben aus dem tonalen Käfig gelassen wurden. Im Schluss-Spurt überrascht eine Improvisation, die durch alle Finessen hindurch eine Spannungsauflösung von selig machender Strahlkraft ansteuert. Am Ende der Nacht ist diese − wie jedes Runners’ High − nur noch durch eines zu toppen: Die heiße Dusche danach.

Pasauer Neueste Presse, Katrina Jordan, 23.7.2012
______________________________________________________________________________________________

Konzert: Lübeck, 20.7.2007, Schleswig-Holstein Musikfestival

"Franz Liszts fantastische Orgel-Welten"

Die Orgelwerke Liszts sind von Martin Haselböck herausgegeben worden – der profunde Kenner der Kompositionen stellte einige am Freitag bei Festival-Konzert in der Jakobikirche vor.

Die große Orgel in Jakobi eignet sich vorzüglich für die romantischen Klangkaskaden Franz Liszts, Haselböck – früher Orgelprofessor an der Musikhochschule Lübeck und jetzt in gleicher Funktion in Wien tätig – nutzte die Möglichkeiten des Instruments in herausragender Weise. Liszts Orgel-Satz von Einleitung und Fuge aus Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ entwickelte Haselböck mit großem Spannungsbogen, schon in diesem ersten Stück des Konzerts bot er kunstvolle Registrierungen. Über technische Schwierigkeiten erhaben ließ Haselböck die Bach-Adaptation bis zur finalen Steigerung erklingen – ein prachtvoller Auftakt.

Noch intensiver war der Eindruck bei Liszts Komposition nach einer Melodie aus Bachs Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“. Hier erwies sich Haselböck als Meister der leisen Töne. Filigran klang das Prädudium, das Liszts kompositorische Meisterschaft ebenso zeigte wie das folgende „Les Morts – Oraison“. Mit farbiger Registrierung wurden der tiefe Ernst und die Melancholie des Werks deutlich.

In der abschließenden Fantasie und Fuge über den Choral aus Meyerbeers Oper „Le Prophète“ zog Haselböck im wahrsten Sinn alle Register. Ungemein kontrastreich war sein Spiel und doch immer transparent. Haselböck zeigte auf, wie sehr diese Komposition in die Zukunft weist, mit ihrer Übernahme pianistischer Technik auf die Orgel und ihre gestalterische Kühnheit. Für den großen Applaus bedankte dich der Organist mit einer Improvisation.

Lübecker Nachrichten, 22.7.2007
______________________________________________________________________________________________

CD: "Franz Liszt - Orgelwerke Vol. 5"

"Die auf dieser CD versammelten Werke, an deren Spitze die "Missa pro organo" von 1879 steht, klingen unter Haselböcks Händen und Füßen wunderbar samtig und ausgewogen, dank behutsamer Phrasierung nie kitschig. Die Souveränität, mit der Haselböck Übergänge schafft und, bei aller Organistik, den Werken einen quasi orchestralen Glanz verleiht, ist durchweg eindrucksvoll."
Musik: *****

Christoph Vratz - Fono Forum 3/2007
______________________________________________________________________________________________

CD: "Franz Liszt – die Orgelwerke" 5 CD Set + DVD

"Haselböck gilt nicht nur als maßgeblicher Liszt-Experte, seine Fähigkeiten als Organist und expressiver Interpret werden international geschätzt. Als Kenner empfiehlt Haselböck sich schon allein durch seine vielbeachtete, kritische Notenausgabe von Liszts Gesamtwerk für Orgel. Haselböck stellt sich mutig den interpretatorischen und geschmacklichen Schwierigkeiten, die Liszt seinen Organisten auch heute noch in den Weg stellt.
Scheinbar mühelos überwindet Haselböck die auch physisch fordernden Kompositionen und schafft es auch den extravaganten Werken, mit denen der Komponist seinerzeit nicht immer auf Verständnis stieß, vollste Gültigkeit zu verleihen. Seine Lesart der Stücke die oftmals von Einfall zu Einfall, von Motiv zu Motiv hasten, sind von beeindruckender Geschlossenheit und Eingängigkeit.
Haselböck adelt jedes Stück und führt es zu seinem romantischen Kern zurück, ohne es an Ernst mangeln zu lassen. Vor allem glücken ihm die großen Werke wie die ‚Fantasie und Fuge über den Choral ‚Ad nos, ad salutarem undam’ aus Meyerbeers ‚Der Prophet’. Haselböck stellt sich hier auch den vordergründigen Elementen der Musik und lässt sich auf den erzählerischen Duktus der fast halbstündigen Fantasie ein. Der große Bogen anderer Werke wie ‚Präludium und Fuge über B-A-C-H’, ‚Weinen-Klagen’ oder ‚Evocation’ gelingt ihm vor allem durch die formale Strenge, derer er sich immer wieder hörbar bedient."
Interpretation: ****

Miquel Cabruja - Klassik.com, 14.10.2006
__________________________________________________________________________________________________

CD: "Franz Liszt - Orgelwerke Vol. 2"

"Martin Haselböck, schafft es hier klar und professionell die einzelnen Stimmungen und Aktionen zu vermitteln. Gerade die Kontrastpunkte ‘forte’ und ‘piano’ setzt er dabei sehr deutlich und wirkungsvoll ein. Eindringliche Bassläufe und präzise Fingertechnik bieten ihm die Möglichkeit, gekoppelt mit einem manchmal sehr deutlichen Vorwärtsdrang einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich dann in kraftvollen Akkorden entladen kann.
Darüber hinaus versteht er es, die klangfarblichen Möglichkeiten, welche die Orgel in Köthen bietet, äußerst überlegt darzustellen. Leise, fast sphärische Klänge stehen dann schon einmal nahezu brachialen, im Tutti erklingenden Akkorden gegenüber. Oft löst sich aber auch ein schauriger Stimmungseindruck kurz einmal in einen strahlenden Dur – Klang auf, bevor wieder im Sinne der Virtuosität das Düstere die Macht der Orgel dominiert."
Interpretation: *****

Manuel Müller - Klassik.com, 9.12.2005
__________________________________________________________________________________________________

CD: "Franz Liszt - Orgelwerke Vol. 1-5"

"Der Interpret versteht es ganz vorzüglich, die verschiedenen klanglichen Möglichkeiten dieser beiden großartigen romantischen Instrumente auszuschöpfen, was gepaart mit souveräner Beherrschung des Instruments sehr schöne Einspielungen als Ergebnis zeitigt, zu der Verlag und Interpret nur beglückwünscht werden können."

Singende Kirche, 4/2005
__________________________________________________________________________________________________

CD: "Harmonies / Orgel Modern - Werke von Krenek, Halffter, Ligeti, Schnittke, Durkó, Bischof"

"Rainer Bischofs Cadenza beschließt die sehr persönliche Sammlung des großen Organisten Martin Haselböck, die auf hervorragende Weise ein ganz besonderes Bild von den Befindlichkeiten der Orgel zeichnet."
Interpretation: *****

Paul Hübner - Klassik.com, 3.6.2007

zurück zur Kurzübersicht

Top