Dezsö Ránki
Klavier

Rezensionen

Dezsö Ránki
Foto: Zsilvia Csibi

22.10.2015 - Kempten, Theater
23.10.2015 - Stuttgart, Liederhalle
Stuttgarter Kammerorchester
Matthias Foremny, Dirigent

Mozart - Klavierkonzert Es-Dur KV 449
Liszt - Malédiction für Klavier und Streichorchester


Souveräne Weltklasse
Showmätzchen, die vor allem junge Kollegen und Kolleginnen auf dem Klavierhocker schmachtend exerzieren, hat der grauhaarige Künstler mit dem Beatles-Pilzkopf nicht nötig. Ebenso wie sein orchestraler Partner versprüht er von der ersten Note an eine intensive Präsenz. Mozarts Es-Dur Klavierkonzert erklingt akzentreich und atmet klassische Größe. Dabei verkörpert Dezsö Ranki souveräne Weltklasse. Liszts fast schon experimentelle Malédiction für Klavier und Streicher funkelt unter Rankis Händen in vielen Facetten. Aus spektakulären Oktavgängen erwachsen wahre Klanggipfel, und die lyrischen Momente verschmelzen zu sanfter Poesie. Zu Recht Ovationen für alle Musiker.
Stuttgarter Nachrichten, Ulrich Köppen, 26.10.2015:

Mozart, wie er klingen soll
...
Das Stuttgarter Kammerorchester unter Matthias Foremny bildet mit dem ungarischen Pianisten Dezsö Ranki, 64, eine Einheit im Dialog – einfach fabelhaft stimmig. Und Ranki am Flügel spielt Mozart, wie er klingen soll: jeder Ton klar akzentuiert, jede Verzierung fein ziseliert, jeder Lauf perlend, im Anschlag hauchzart bis martialisch. Packender, begeisternder kann ein Auftakt zur neuen Meisterkonzert-Saison nicht sein.
Allgäuer Zeitung, Rainer Schimd, 24. Oktober 2015:


CRESCENDO Belgien kommentierte den Konzertabend in Paris am 21.11.2015:

Von den drei zur gleichen Zeit im Ungarn der 70er - Jahre auftauchenden, noch sehr jungen Pianisten, ist Dezsö Ránki, ich gestehe es ein, der von mir bevorzugte und das obwohl seine zwei Zeitgenossen Zoltán Kocsis et András Schiff mehr Berühmtheit erlangt haben. Es findet sich bei diesem Pianisten eine Bescheidenheit gegenüber dem Werk und ein Wille zur Wahrheit und zum Wesen desselben zu gelangen, die ohne Unterlass beeindrucken. So war es auch nicht anders in der einerseits von Nüchternheit und Demut und andererseits von elektrisierendem Magnetismus geprägten Version, die er aus dem pianistischen Vermächtnis Bártoks bot. Man bewundert bei diesem Pianisten die überbordende technische Leichtigkeit, die raubtierhafte Geschmeidigkeit, den kristallinen Klang, die perfekte Abmischung der Nuancen, die Reinheit des Akkord- und Oktavspiels und ebenso die außergewöhnliche Empfindsamkeit, so wie sie sich im Adagio religioso kundtat, mit einer am Schluss des Satzes beredsamen, gleichsam unterdrückten Schmerzlichkeit.
Patrice Lieberman, 23.11.2015

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Dezsö Ránki beim MDR Musiksommer

Deszö Ránki, ein genialisches Talent

... Der Ungar Deszö Ránki eröffnete die Reihe mit einem atemberaubenden Recital. Mit höchster Konzentration und gewitzigtem Gestaltungswillen spannte er den pianistischen Bogen vom späten Haydn, über Liszt und Schumann zu Debussy. Die pianistische Leistung voll interpretatorischem Reichtum ist angesichts der räumlichen Bedingungen - die Hitze des Tages hatte sich dort gestaut - nicht hoch genug zu rühmen.

Haydns Sonate Es-Dur gab Ránki kraftvoll, doch spielfreudig mit neckischen Vorschlägen. Er überraschte mit einem gewitzten Klassiker, der bei tollendem Getriller so allerhand Schabernack mit den Hörern trieb. Danach kam Liszt in ein paar kleinen Charakterstücken fast zu kurz. Mit Sekundreibungen und schroffen Skalen erklang die skurril-verzerrte "Mephisto-Polka". Wie eine heilige Erscheinung stellte Ránki dem Teuflischen die "Sancta Dorothea" gegenüber, die durch harmonische Einfachheit in Reinheit erstrahlte. Doch so leicht ließ der "Geist, der stets verneint", sich nicht austreiben, und kam in der Klanggewaltigkeit des vierten "Mephisto-Walzers" erneut daher.

In Debussys "Estampes" beschwörte Ránki bewegte Bilder herauf, die mit "Pagodes" in fernöstliche Klangsphären führten. Bei den Pariser Weltausstellungen in Kontakt mit der hochkultivierten Gamelanmusik gekommen, adaptierte Debussy die exotischen Klänge für das Klavier. Voll Sensibilität schuf der Tastenkünstler Ránki ein Mosaik der Anschlagsnuancen, das durch seine sich visionsartig wandelnde Klangflächigkeit große Faszination ausübte.

Dass es sich bei Schumanns Fantasie in C-Dur um große Klaviermusik handelt, stellte Ránki schon in den ersten Takten klar. Kraftstrotzend, mit enthusiastischem Überschwall beherrschte er die enorme Dichte des Materials und führte mit genialischem Gestaltungstalent durch die Tiefen der romantischen Musik.

Thüringische Landeszeitung, Julia Stadter, 4. Juli 2010
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Dezsö Ranki mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester unter Toshiyuki Kamioka - Liszt: „Totentanz“

… Die Schrecken des jüngsten Gerichts stellt er in sechs Variationen spannungsreich vor: Aggressive Rhythmik, schroffe Modulationen, heftige Dissonanzen, chromatische Skalen und Glissandi quer durch die Klaviatur prägen auch den Klavierpart. Der ungarische Pianist Dezsö Ranki beherrscht diesen souverän, glänzt mit perfekter Technik und gestaltet ihn mitatmend mit dem Orchester. Trotz des aufhellenden Mittelteils der vierten Variation mit trillerreich ausgeschmückter Melodik überwältigen Wucht und Eindringlichkeit der Musik, was die Musiker brillant vermitteln.

WZ, Veronika Pantel, 22. Februar 2010

Das Thema „Jenseits“ musikalisch brillant ins Bild gesetzt

… Die Liszt-Paraphase für Klavier und Orchester mit dem ungarischen Pianisten Dezsö Ranki steht um Zentrum. Die Damönie dieser „Totentanz“-Aufführung geht von der gestochen glasklaren Präsenz des Pianisten aus, der einen bemerkenswert brillant eingerichteten Flügel unter den Händen hat. Kein geheimnisvoll überbordnenes Gruseln, dafür dämonische Präszision und fordernde drängende Verve, die vom Orchester perfekt erwidert wird. Phantastisches Zusammenspiel!

Westfälische Rundschau, Dagmar Zschiesche, 25. Februar 2010

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Dezsö Ránki bei den Meisterkonzerten in Detmold

"Die Musik erstrahlt wie ein Stern"

Deszö Ránki gibt fulminantes Meisterkonzert und überzeugt mit seiner musikalischen Darbietung auf der ganzen Linie.

Die noch kommen werden, werden es schwer haben, denn der ungarische Pianist Dezsö Ránki eröffnte die neue Saison der Meisterkonzerte am Dienstagabend im Landestheater mit einem fulminanten Auft ritt, der sich nur so zusammen fassen lässt:: Die Musik erstrahlte wie ein Stern.

Hell war der Abend. Ein Lichtermeer ergoss sich über dem Auditorium, eine Farbenpracht unglaublichen Ausmaßes hüllte die Gemüter der Zuhörer in ihren wärmenden Glanz und sie waren hingerissen von dem, was mit ihnen geschehen war, klatschten schon zur Pause wie im Rausch entzückt von allem: von Haydn, von Liszt, von Ravel. Er trat ganz zurück. Es ging hier nicht um ihn. Er ist zum Glück noch keiner von denen, die sich vom zeitgenössischen Medienrummel zu hohlen Popikonen der Klassik hochstilisieren lassen. Es ging um Haydn, dessen Es-Dur Sonate, die bedeutendste unter den drei englischen Sonaten. Grandios hob Ránki diese Sonate in den modernen Konzertflügel hinein, um die Weite dieser Sonate eben nicht historisierend aber gerade darum getreu erstrahlen zu lassen.

Die Lyrik des Klavierspiels: von Ránki in den großartigen Miniaturen von Liszt noch einmal hoch romantisch entwickelt, sei es im bezaubernd gesungenen Wiegenlied, in dem von genialer Einfachheit durchfluteten Klaviersatz „Sancta Dorothea”, in der berührend respektvollen „Beschreibung” eines tanzenden alten Mannes.
Und dann entführte der Ungar seine ihm sowieso bereits verfallenen Zuhörer in die ferne Welt des Ravelschen Impressionismus, deren Melodien einem so vertraut zu seien scheinen; die Ravel aber in ein harmonisches Licht aus einer scheinbar ganz anderen Welt getaucht hat.

Das alles war schon geschehen, und doch sollte noch mit Schumanns C-Dur Fantasie eines der schönsten und schwierigsten Klavierwerke der Romantik folgen. Und auch dieses Werk wurde von Ránki so meisterhaft durchleuchtet, das man sich wünschte, der letzte Ton, in dem das Andante seine Ruhe fand, möge nie verklingen. Aber in dieser Welt tat er das leider natürlich, und so gab Ránki schnell noch zwei Zugaben, denn, es ging nicht um ihn, es ging darum, dass die Musik strahle wie ein Stern.

Lippische Landeszeitung, ans, 24.10.2008

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Dezsö Ranki beim Schumannfest Düsseldorf

"Kluges Klavier-Konzept: Ranki schlug Brücken - Der Ungar war der ideale Interpret für den Europa-Themenabend"

Dezsö Ranki, Jahrgang 1951, ist neben Andras Schiff und Zoltan Kocsis der dritte ungarische Pianist seiner Generation von Weltrang. Er kennt keine technischen Probleme, löst musikalische und stilistische Fragen souverän, hat Sinn auch für historische, personelle und kompositorische Konstellationen. Dezsö Ranki schien daher ein idealer Interpret fpür den Themenabend „Europäische Klavierkultur“ beim Schumannfest zu sein- und die Erwartung trog in keiner Hinsicht.
Dem Namenspatron des Fests war nur ein Werk gegönnt: die C-Dur-Fantasie, Opus 17. Ranki spielte das stark autobiografische Werk grandios und suggerierte wunderbare Bilder einer Liebe: Robert und Clara in Leidenschaft und Stolz, Kraft und Herrlichkeit, Zärtlichkeit und Zartheit. „Des Abends“, das erste Stück aus Schumanns Opus 12, schimmerte als stimmungsvolle Zugabe, entließ den Zuhörer sanft in die Nacht.

Schumanns Fantasie ermöglichte den Aufbau eines programmatischen Beziehungsgeflechts. Das Stück ist Fran Liszt gewidmet, von dem Ranki ein paar kurze Spätwerke ausgewählt hatte. Diese „Musik aus der Bitternis des Herzens“, wie der im alter von Weltekel geschüttelte Liszt die vergrübelten und irregulären Gebilde selbst bezeichnete, schienen vom emotionalen Gehalt her für Ranki der wichtigste Komplex des Abends. Zumal in Berceuse und Toccata explodierten die Gefühle – nach innen wie nach außen.
Von Liszt schlug Ranki eine Brücke zurück zu Haydn (Es Dur Sonate, Hob. XVI/52), dem österreichisch-ungarischen Landsmann. Und von Haydn wieder nach vorne zu Ravel(Sonatine), dem Schürfer und Schöpfer neoklassischer Möglichkeiten. Das sinnvolle Konzept fand in jedem Takt seine sinnvolle Verlebendigung – und im Robert Schumann Saal ein aufmerksames, dankbares und kenntnisreiches Publikum. Selten genug, dass sich alles so günstig ineinanderfügt.

Rheinische Post, Gerhard Bauer, 17. Mai 2008

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Dezsö Ránki mit den Nürnberger Philharmoniker unter Mihkel Kütson - F. Liszt: Totentanz & Klavierkonzert Nr. 2

"In die Verdammnis ohne Stolperfallen"

Überzeugendes Konzert der Philharmoniker mit Pianist Dezsö Ranki:
"... Dezsö Ranki, ausgewiesener Fachmann im romantischen Repertoire der die extremen Anforderungen des solistischen Parts pianistisch souverän vergessen ließ."

Nürnberger Abendzeitung, 18. März 2008

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Dezsö Ránki mit dem Bremer Philharmoniker unter Mario Venzago - Bartók: 3. Klavierkonzert

"... Dazwischen konnte man den ungarischen Pianisten Dezso Ránki begrüßen, der mit Béla Bartóks Drittem Klavierkonzert sich in einem Repertoire präsentierte, das er traumhaft sicher beherrscht. Erfreulich besonders, dass Ránki dieses Werk nicht in jenem fast verzärtelten Stil vortrug, der jahrzehntelang als charakteristisch für diese letzte, auf dem Totenbett (fast) vollendete Komposition Bartóks galt, sondern es in die Nähe der rhythmisch pointierten ersten beiden Konzerte des Komponisten rückte: deutliche Artikulation, beherzter Zugriff, strukturelle Klarheit, helles Licht statt dumpfem Gefühlsüberschwang. Es war ein Genuss, die bestechend klar ausformulierten, raffinierten Vorschläge bereits des ersten Themas anzuhören, und nicht minder gestochen scharf das Thema in der Reprise, nun zweistimmig. Ránki stand zudem eine hochdifferenzierte dynamische Palette zur Verfügung, die er, in steter wacher Abstimmung mit den jeweiligen orchestralen Partnern, äußerst variabel ins Spiel brachte. So ergab sich ein trotz aller Gespanntheit letztlich gelöster und farbenreiche Dialog zwischen Solist, Dirigent und Orchester, wofür die Musiker stürmisch gefeiert wurden."

Weser-Kurier BREMEN, 25. April 2006

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Dezsö Ránki beim Kissinger Sommer 2005

"Aus dem Halbschatten an die Spitze - Der Budapester Dezsö Ranki spielte im Kloster Maria Bildhausen ein begeisterndes Konzert"

"...um es gleich vorweg zu sagen: Dezsö Ranki war, trotz Sokolov, Schiff und anderen, der Spannendste und Differenzierteste unter den Pianisten, die in diesem Jahr zu Solokonzerten gekommen waren. Sicher kam ihm dabei entgegen, dass er das interessanteste Programm hatte.
Schon bei Joseph Haydns C-Dur-Sonate Hob. XVI:48 fand er eine ganz spannende Balance zwischen analytischem, strukturbetontem Spiel und einer trockenen, ein bisschen kühlen, aber präzise erfahrbaren Expressivität, wobei ihm die vielen Verzierungen wunderbar leicht von der Hand gingen.

Diese Spielhaltung macht Franz Schuberts Sonate D-Dur D 850 zu einem Erlebnis. Nicht so sehr wuchtig, sondern ungewohnt kantig, spröde gestaltete er den Einstieg, an dem er sich reiben konnte , aus dem er Kraft und Tempo schöpfte. Da ging es ihm nicht um schöne Töne im Ohrensessel, sonder um Konflikte, um unerbittlichen Vortrieb und um eine Unruhe, die selbst an lyrischen Stellen im Untergrund vorhanden ist.
Da fand Ranki im zweiten Satz bezwingende Lösungen im Wechsel von nach innen und außen gewendeter Spielweise. Da spielte er das Scherzo mit kleinen jazzigen Verzögerungen und legte über das Schlussrondo mit seinem vergnüglichen Themen einen durchgehenden Bogen von dramatisch bis putzig. Einverständiger, eigenwilliger, differenzierter oder moderner kann man Schubert eigentlich nicht spielen.

Es war ein Glücksfall, dass nach der Suite op. 14 von Béla Bartók der Beifall ausblieb. Da entschloss sich Dezsö Ranki kurzerhand, seine "Liszt-Abteilung" mit vier kurzen Stücken und die Bartók-Sonate SZ 80 einfach dranzuhängen und zu einem Block zu machen. Nicht nur war er so schneller fertig. Für den Zuhörer ergaben sich dadurch faszinierende Aspekte. Plötzlich hörte man, wie viel die beiden Komponisten trotz unterschiedlicher Tonalität gemeinsam haben, wie sehr der Jüngere von dem Älteren beeinflußt war, wie unterschiedlich dennoch ihr Verständnis von Virtuosität war. Der junge Andrei Banciu hätte da sein sollen, der selbst die Bartók-Sonate gespielt hat. Da hätte er gesehen, wo eines seiner Ziele sein könnte: in einem perkussiven Ton, der trotz aller Härte lebendig ist.
So schnell, wie Dezsö Ranki gekommen war, war er auch wieder verschwunden. Sein Spiel dürfte ziemlich lange nachklingen."

Saale Zeitung, 12. Juli 2005

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Dezsö Ranki als Solist mit dem Gewandhausorchester

"Am Beginn der Karriere des 49-jährigen ungarischen Klaviervirtuosen Dezsö Ranki stand vor nunmehr 31 Jahren der Gewinn des Robert-Schumann-Preises. Die Affinität zu diesem Meister scheint sich Ranki erhalten zu haben, denn in Schumanns Introduktion und Allegro appassionato G-Dur Opus 92 für Klavier und Orchester blieb der Solist, von Guschlbauer und der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz prächtig begleitet, nicht das Mindeste schuldig, und gewiss nicht die in der Vortragsbezeichnung intendierte Leidenschaft.

Mit einem Werk seines Landsmanns Franz Liszt, der Paraphrase über Dies irae für Klavier und Orchester "Totentanz", kehrte der Pianist nach der Pause wieder. Liszts fraglos von Berlioz Sinfonie fantastique beeinflusstes drittes Klavierkonzert verlangt dem Solisten in den großen Solopassagen stupende Beherrschung aller technischen Mittel ab. Während die erste Kadenz in geradezu Bachscher Klarheit beginnt und erst allmählich von Lisztschem Rankenwerk überwuchert wird, kommen die weiteren Klaviersoli rhapsodischer einher. Nach dem gespenstischen Hexensabbat heftiger Beifall für eine brillante Wiedergabe."

Leipziger Volkszeitung, Waltraud Brunst, 18. Februar 2001

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